Berlin - Am Himmel über Berlin wird es spätabends und nachts immer öfter laut. Die Zahl der Starts und Landungen, die zu später Stunde auf dem Flughafen Tegel stattfinden, ist im März deutlich gestiegen. Das geht aus offiziellen Daten hervor, die von der Bürgerinitiative gegen das Luftkreuz auf Stadtflughäfen zusammengestellt worden sind.

Danach gab es im März zwischen 22 Uhr und 5.59 Uhr 643 Starts und Landungen in Tegel. Zum Vergleich: Im März des vergangenen Jahres waren es 518, im März 2011 nur 416. Noch stärker stieg die Zahl der Flüge zwischen 23 und 5.59 Uhr – zu einer Zeit, wenn die meisten Anlieger schlafen wollen. Im März wurden in dieser Zeit 125 Starts und Landungen gezählt. Im März des vergangenen Jahres waren es 77, im März 2011 nur 39 Flüge.

„Für die Anwohner wird es immer schwerer, Ruhe und Schlaf zu finden“, sagte Rolf-Roland Bley, der Sprecher der Initiative. In Tegel gibt es kein Nachtflugverbot. Zwar endet die Betriebszeit, die um 6 Uhr beginnt, um 23 Uhr. Doch bis Mitternacht bleibt der innerstädtische Flughafen für verspätete Starts und Landungen im Linienverkehr offen.

Für Post-, Regierungs-, Militär-, Polizei- und Ambulanzflüge gelten gar keine Beschränkungen. Air Berlin fliegt für die Deutsche Post nachts nach Stuttgart und zurück – im März gab es jeweils 20 Starts und Landungen. Bis Frühjahr 2012 hatte Germanwings diese Postflüge abgewickelt – in Schönefeld. Nach einer Neuausschreibung übernahm Air Berlin mit einem größeren Airbus die Stuttgart-Linie – in Tegel.