Nächste Runde der BVG-Tarifverhandlungen: Droht Berlin der nächste Warnstreik?

Berlin - Es wird wieder spannend für die Menschen, die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) angewiesen sind. Am Donnerstag gehen die Verhandlungen über höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen weiter – und weiterhin ist die Gefahr, dass es zu einer weiteren Arbeitsniederlegung kommt, nicht gebannt. Nach Informationen der Berliner Zeitung hat die Gewerkschaft Verdi ihre Forderungen in die Höhe geschraubt. 

Die Verhandlungsrunde beginnt am frühen Vormittag beim Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) Berlin in der Charlottenburger Goethestraße. Ursprünglich sollte mit offenem Ende diskutiert werden, doch nun heißt es, dass das Gespräch am Nachmittag endet. Die Tarifkommissionen ist für 18 Uhr eingeladen, um das weitere Vorgehen festzulegen.

Verdi stockt Forderungen in Tarifverhandlung für Berlin auf

Nach der jüngsten Verhandlungsrunde am 21. März hatten die Verdi-Vertrauensleute bei der Straßenbahn ein skeptisches Fazit gezogen. „Auch wenn man sich in einzelnen Punkten aufeinander zu bewegte, bleibt es dabei, dass beide Seiten in den Forderungen, die Verdi seit Beginn vertritt, noch auseinander liegen“, hieß es. Beobachter sehen bei der Gewerkschaft trotz erzielter Erfolge eine hohe Streikbereitschaft. In diesem Tarifstreit hat es bereits zwei Warnstreiks gegeben. Für einen Erzwingungsstreik wäre aber zuvor eine Urabstimmung erforderlich.

Die Arbeitgeberseite hatte Lohn- und Gehaltserhöhungen sowie andere Verbesserungen angeboten, die sich jährlich auf 65,1 Millionen Euro zusätzlicher Kosten summieren würden. Dem Vernehmen nach hat sie ihr Angebot inzwischen auf mehr als 80 Millionen Euro aufgestockt. Verdi erhebe aber höhere Forderungen, die Rechnungen des KAV zufolge die jährlichen Personalkosten um 25 bis 30 Prozent steigern würden. Das wäre „nicht darstellbar“, hieß es. 2017 hatte die BVG 570 Millionen Euro fürs Personal ausgegeben.