„Wenn sich auch bei der sechsten Tarifverhandlung am Dienstag kein Lösungsweg abzeichnet, der für unsere Mitglieder akzeptabel wäre, sind konkrete Maßnahmen zu erwarten.“ Dann werden erste Warnstreiks vorbereitet, bekräftigte Verhandlungsführer Lothar Andres.

Die Entscheidung fällt am kommenden Mittwoch, wenn sich die Verdi-Tarifkommission und die Arbeitskampfleitung treffen. Bis dahin, so erwarten die Berliner Verdi-Leute, werde der Bundesvorstand ihrer Gewerkschaft dem Antrag auf Streikunterstützung zustimmen.

„Derzeit herrscht bei uns die Meinung vor, dass wir Pendler, Schüler und andere Stammkunden mit der ersten Aktion noch nicht treffen wollen“, hieß es bei Verdi. Das würde bedeuten, dass nicht am kommenden Donnerstag oder Freitag, sondern erst am übernächsten Wochenende gestreikt wird. Zu entscheiden ist auch noch, ob der gesamte Bus- und Bahnbetrieb stillstehen wird. „Möglich, dass es zunächst nur einen Teil trifft, vielleicht den Busverkehr zum Flughafen Tegel“, sagte ein Verdi-Mann. Das aktuelle Lohnangebot sei „vollkommen unzureichend“, bekräftigte er.

Tarifstreit auch an den Flughäfen

Der Kommunale Arbeitgeberverband schlägt für die 12 600 Beschäftigten der BVG und ihrer Tochtergesellschaft Berlin Transport eine stufenweise Lohnerhöhung vor: im Mai 2012 um 1,4 Prozent, im Mai 2014 um 1,2 Prozent und im Januar 2015 um 1,5 Prozent. Zwei Einmalzahlungen kämen hinzu: 200 Euro sofort, 300 Euro im Mai 2013. Angeboten wird auch, bis 2015 den jährlichen Urlaubsanspruch zu vereinheitlichen: 30 Tage Urlaub für alle.

„Wir haben immer bekräftigt, dass wir eine Lösung am Verhandlungstisch finden wollen“, sagte Silke Leicht-Gilles, die Sprecherin des Arbeitgeberverbands. „Wir sehen noch Bewegungsmöglichkeiten und loten gerade die Spielräume aus.“ Das ist eine Botschaft, die bei Verdi mit Interesse registriert wird.

Die Verhandlungen über höhere Löhne und Gehälter bei der Globe Ground Berlin, deren Beschäftigte in Tegel und Schönefeld Passagiere einchecken und Koffer verladen, gehen am Montag weiter. Wenn der Arbeitgeber den geforderten Inflationsausgleich nicht gewähre, werde es „sehr schnell“ zu einem Arbeitskampf kommen, drohte Verdi.