Berlin - Von einer U-Bahn zum Flughafen BER ist nicht mehr die Rede. Doch der Auftrag, den Verkehrssenatorin Regine Günther vom Senat bekommen hat, ist klar: Die Senatsverwaltung soll prüfen, ob das Berliner U-Bahn-Netz an mehreren Stellen erweitert werden sollte. Das stößt in der Partei, die Günther nominiert hat, weiter auf heftige Kritik. „Die Debatte um U-Bahn-Verlängerungen ist eine Debatte zur Unzeit“, sagte Matthias Dittmer, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Mobilität der Grünen. „Die Verwaltung darf sich nicht verzetteln.“

Wo könnte das U-Bahn-Netz wachsen? Nach einer Protokollnotiz des Senats, die der Berliner Zeitung vorliegt, wurde die Senatorin während der Sitzung am 11. Juli um die Prüfung folgender Projekte gebeten: „die Verlängerung der U 8 ins Märkische Viertel, eine Verlängerung der U 9 oder der U 2 in den am stärksten wachsenden Bezirk, Pankow, eine Verlängerung der U 1 bis zum Adenauerplatz und eine Verlängerung der U 7 zur Erschließung der Wohngebiete südlich des U-Bahnhofs Rudow bis zur Stadtgrenze oder zum S-Bahnhof Berlin Schönefeld“.

Kürzung am Tram-Bau befürchtet

Damit ist die Fortführung der U 7 von Rudow zum BER, die der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) gerade erst ins Spiel gebracht hatte, schon wieder vom Tisch. Laut Protokollnotiz herrschte Übereinstimmung, dass dies „keine sinnvolle Verkehrsinvestition“ wäre, da die Anbindung durch Regionalzüge und S-Bahnen sichergestellt sei. Allerdings fragen sich Beobachter, welchen Sinn eine Verlängerung der U 7 in die dünn besiedelten Wohngebiete in Süd-Rudow hätte.

Für Pankow gibt es dem Vernehmen nach mehrere Optionen. Im Gespräch ist nicht nur die Verlängerung der U 9 zum Bahnhof Pankow. Auch andere Varianten ließen sich denken – etwa eine Fortführung der U 2 und U 9 nach Pankow, Kirche.

Der Prüfauftrag könnte viele Kräfte binden, warnte Dittmer. „Wir werden sehr genau darauf achten, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarten Projekte vorangetrieben werden. Der Ausbau des Straßenbahnnetzes ist für uns ein nicht verhandelbarer Bestandteil der Verkehrswende“, sagte er. „Darum bestehen wir darauf, dass für Straßenbahn-Bau- und Planungsleistungen ab 2019 60 Millionen Euro pro Jahr bereitgestellt werden – wie im Koalitionsvertrag verankert. Auch an der Zahl der neuen Stellen für Straßenbahnplaner darf es im Doppelhaushalt 2018/19 keine Abstriche geben.“ Die Botschaft an den Senat ist klar: Die Grünen-Basis passt auf.