Berlin - Der S-Bahn-Betrieb wird für das Land Berlin deutlich kostspieliger. Der Senat stellt sich darauf ein, dass er der S-Bahn Berlin GmbH künftig mehr Geld überweisen muss. Das geht aus internen Berechnungen der Verwaltung hervor. Laut Vertrag bezahlt der Senat für jeden Kilometer, den eine S-Bahn im Fahrgastbetrieb zurücklegt. Weil zudem ältere Züge fit für die Zukunft gemacht werden müssen, fallen weitere Kosten für das Land an.

Die Kosten im Überblick:

264.485 000 Euro: Diese Ausgaben kalkuliert der Senat für dieses Jahr ein. Davon entfällt der Löwenanteil auf den S-Bahn-Betrieb. Die restlichen 8.100.000 Euro sind eingeplant, um die erste Rate für die Aufarbeitung der älteren Züge bezahlen zu können.

315.145 000 Euro:Auf diese Summe wird die jährliche Belastung das Berliner Landeshaushalts bis 2017 steigen, hat die Senatsverwaltung nun errechnet. Das sind über 50 Millionen Euro mehr als in diesem Jahr. Dies liegt daran, dass für die S-Bahn-Aufarbeitungen künftig noch mehr Geld überwiesen wird. Für nächstes Jahr sind 27.900.000 Euro eingeplant, 2017 sogar 38.700 000 Euro.

Höhere Kosten für die S-Bahn erwarten die Planer auch für die folgenden Jahre. Woher das zusätzliche Geld kommen wird, ist noch unbekannt. Zwar ist absehbar, dass Berlin vom Bund etwas mehr Mittel erhält, um den Betrieb von S-Bahnen und Regionalzügen zahlen zu können. Doch noch stehen nicht alle Details fest.

"Cola-Dose" und "Toaster" werden aufgearbeitet

Das Fitnessprogramm für die älteren Züge ist notwendig, um eine erneute Krise mit Ausfällen und Streckenstilllegungen zu verhindern. Aufgearbeitet wird zum einen die Baureihe 480, die Fans wegen ihrer Dachrippen „Toaster“ nennen. Fit gemacht wird auch die Baureihe 485, die zu DDR-Zeiten konzipiert wurde und „Coladose“ heißt – sie war rot lackiert. Die Züge bleiben bis 2023 im Einsatz. Anfangs sollten sie 2017 ausgemustert werden. Doch die neuen S-Bahnen für den Ring werden dann noch nicht da sein, weil der Senat die Ausschreibung des Verkehrs spät begonnen hat.

Neu auf der Rechnung für das Land Berlin sind auch zwei weitere Verträge mit der S-Bahn Berlin: für den Verkehr auf dem Ring bis 2023 und die übrigen Linien (bis 2027). Der zweite Vertrag wird vorsehen, auch die restlichen Bahnen für die Zukunft fit zu machen. Damit die Baureihe 481 bis 2033 weiterfahren kann, sind 159 Millionen Euro eingeplant.