Berlin - Raus aus dem Krieg, ran ans Steuer eines Linienbusses in Berlin: Die BVG sucht händeringend Busfahrer und setzt nun auch Flüchtlinge ein. Seit Juli werden 16 Leute im Projekt „Geflüchtete in den Fahrdienst“ ausgebildet.

Als Erstes lernen sie die deutschen Fachausdrücke, um die Prüfung zu bestehen und sich auf der Straße zu bewähren. Ab November beginnt die eigentliche Ausbildung zum Omnibusfahrer. Im Sommer soll sie abgeschlossen sein. Danach geht es auf die Straße.

BVG-Sprecherin Petra Reetz erklärt den Schritt: „Noch haben wir genügend Personal, doch das Durchschnittsalter ist einfach zu hoch. Wenn Fahrer in Rente gehen, müssen wir Stellen nachbesetzen.“

Dass junger Nachwuchs den Verkehrsbetrieben nicht gerade die Tür einrennt, ist bekannt. Die Ausbildung der 16 Flüchtlinge geht mit einem halben Jahr zugegebenermaßen sehr schnell.

Die, die letztlich fit gemacht werden, mussten hohe Voraussetzungen erfüllen: Den Busführerschein mussten sie haben, ebenso gute Deutschkenntnisse, einen sicheren Aufenthaltsstatus und eine gute Bleibeprognose. Die BVG checkte sie vor Ausbildungsbeginn genau durch, überprüfte sie auch auf Straftaten in der Vergangenheit.

Die BVG sucht auch Mechatroniker und Mechaniker

Eins ist klar: Es wird nicht bei diesen 16 Leuten bleiben, es kommen noch mehr dazu. Die BVG sucht neben Busfahrern auch Mechatroniker und Mechaniker. Eine weitere Maßnahme ist die Einstiegsqualifizierung, die das Unternehmen anbietet. Migranten und Jugendliche mit eingeschränkter Vermittlungsperspektive werden auf den Job vorbereitet. Das Programm geht von März bis September und hat zwölf Teilnehmer.

Die BVG wurde für die Projekte schon ausgezeichnet. Aus der Politik gibt es Lob. SPD-Verkehrsexperte Tino Schopf: „ Jetzt gibt es ein Angebot eines Unternehmens. So gelingt Integration, das ist vorbildlich.“