Der Berliner NPD-Chef Sebastian Schmidtke hat nach Angaben von Innensenator Frank Henkel (CDU) Verbindungen zur Rockerszene. Der Landesvorsitzende der rechtsextremistischen Partei sei 2012 und 2013 auf öffentlichen Veranstaltungen des Gremiums Motorcycle Clubs (MC) gesehen worden, teilte Henkel auf eine bisher nicht veröffentlichte Kleine Anfrage des Abgeordneten Tom Schreiber (SPD) mit.

Es lägen aber keine Erkenntnisse zu „strukturellen Verbindungen“ zwischen der NPD und der kriminellen Rockerszene vor. „Der Polizei Berlin sind lediglich Einzelpersonen bekannt, die sowohl in der rechten Szene als auch in der kriminellen Rockerszene aktiv sind“, erklärte Henkel.

Der MC Gremium soll noch weitere Mitglieder haben, die früher in der rechtsextremistischen Kameradschaftsszene im Bereich Nieder- und Oberschöneweide aktiv waren. Nach Erkenntnissen der Polizei sind die von ihr beobachteten Rockerclubs wie Gremium, Hells Angels und Bandidos allerdings nicht politisch ausgerichtet. "Rocker wollen in der organisierten Kriminalität vor allem Geld verdienen und keine Ideologie verkaufen", sagte Chefermittler Frank Schwederski erst vor kurzem im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses."

Nach Erkenntnissen der Polizei hat die kriminelle Rockerszene in Berlin rund 1000 Mitglieder. (kop./dpa)