Der Bund der Steuerzahler (BdST) hat die Wohnnebenkosten in Deutschland unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Im Vergleich mit allen Landeshauptstädten Deutschlands zahlen die Berliner am meisten. Allerdings nur im Westteil der Hauptstadt. Im Osten Berlins sind die Wohnnebenkosten wesentlich geringer. 

Das liegt nicht etwa an hohen Wasser- oder Abfallgebühren, sondern an der hohen Grundsteuerbelastung. Diese ist in Hamburg mit 1050,46 Euro pro Jahr am höchsten im Vergleich mit den anderen Landeshauptstädten. Gleich darauf folgt allerdings schon Berlin (West) mit 1040,96 Euro pro Jahr. Am günstigsten ist die Grundsteuer in Magdeburg mit 296,11 Euro. Berlin (Ost) liegt auf Platz sechs mit 360,93 Euro.

Grundsteuerbewertung verfassungswidrig

Die Grundsteuer wird derzeit mit sogenannten Einheitswerten berechnet. Diese sind in den alten Bundesländern 1964 festgelegt, in den neuen Bundesländern reichen die Werte bis 1935 zurück. Diese sind längst nicht mehr zeitgemäß. Das Bundesverfassungsgericht hatte deshalb im April entschieden, dass die Grundsteuerbewertung verfassungswidrig ist. Für 2019 ist eine Neuregelung gefordert. 

Für die Studie hat der BdST folgende Annahmen zu Grunde gelegt: ein Drei-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus mit 120 Quadratmeter Wohnfläche und 300 Quadratmeter Grundstücksfläche, mit den Kosten für Trinkwasser, Abfall-, Schmutzwasser- und Niederschlagswasserentgelte, die Grundsteuer und der Rundfunkbeitrag.

Grundsteuer (Kosten pro Jahr, in Euro)

Die Grundsteuerbelastung für ein Einfamilienhaus: Baujahr 2016, 120 Quadratmeter Wohnfläche, 300 Quadratmeter Grundstücksfläche.

Quelle: Bund der Steuerzahler

(BLZ)