Spandau droht wieder Schauplatz für einen Neonazi-Aufmarsch zu werden. Am 18. August ist der alljährliche Rudolf-Heß-Gedenkmarsch geplant. Mehrere Bündnisse wollen mit zahlreichen Gegenveranstaltungen gegen die Rechtsextremen protestieren.

Etwa 500 Teilnehmer sind bereits für den Neonazi-Aufmarsch angemeldet, wie eine Sprecherin der Polizei auf Anfrage der Berliner Zeitung sagte. Er steht dieses Jahr unter dem Motto: „Mord verjährt nicht, gebt die Akten frei - Recht statt Rache“.

Die Rechtsextremen wollen nach bisherigen Informationen von 12 bis 20 Uhr marschieren. Die Zeiten könnten sich aber noch verschieben, sagte die Polizeisprecherin. Die Strecke ist noch nicht bekannt.

Mit dem Neonazi-Gedenkmarsch soll an den 31. Todestag von Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß erinnert werden. Er hatte sich am 17. August 1987 im Kriegsverbrecher-Gefängnis an der Wilhelmstraße erhängt. 1946 wurde er bei den Nürnberger Prozessen als Kriegsverbrecher zu lebenslanger Haft verurteilt.

Gegendemonstrationen in Spandau und am Alex

Bislang sind insgesamt zehn Gegendemonstrationen für den Samstag angemeldet. Sie stehen unter anderem unter dem Motto: „Keine NS-Verherrlichung in Berlin. Nie wieder Krieg“. Weitere Gegenproteste sind am Alexanderplatz geplant. 

Bereits am 17. August soll eine Veranstaltung stattfinden. Der Protestzug „Keine Verehrung von Nazi-Kriegsverbrechern in Spandau und anderswo“ soll um 17 Uhr am Bahnhof Spandau starten. Laut Polizei sind etwa 500 Teilnehmer angemeldet. 

Nazi-Aufmarsch wird zum Spendenlauf

Die Initiative „Berlin gegen Nazis“ hat zudem einen Spendenaufruf ins Leben gerufen. Für jeden Teilnehmer des rechtsextremen Aufmarsches wird Geld für Sea-Watch, die Seenotrettung von Flüchtlingen, gesammelt.  

Im vergangenen Jahr wurde der Neonazi-Aufmasch mit knapp 750 Teilnehmern aus ganz Deutschland von etwa 2000 Gegendemonstranten gestoppt. (BLZ)