Die Kneipe „Zum Henker“ an der Brückenstraße in Niederschöneweide gibt es seit 2009. Hinter blickdicht verklebten Fensterscheiben treffen sich dort regelmäßig Neonazis. Zu Konzerten mit einschlägiger Musik, zu Begegnungen mit Gleichgesinnten aus anderen Ländern, zu Getränken, die Odin-Trunk oder Himla heißen. Laut Verfassungsschutz ist die Kneipe ein Kristallisationspunkt der rechtsextremistischen Szene Berlins. Jetzt hat der Hauseigentümer, das Immobilienunternehmen ZIB aus Erlangen, dem Wirt fristlos gekündigt. Die Kündigung gilt auch für dessen Wohnung über der Kneipe im Haus.

„Im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte um die NSU-Morde haben wir den Sachverhalt neu bewertet und so entschieden“, sagte der Vorstandschef von ZIB, Bernd Ital, am Mittwoch der Berliner Zeitung. Er habe deshalb die Berliner Tochterfirma F&M angewiesen, die Kündigung auszusprechen. Ital sagte, dass er sich vom Mieter getäuscht fühle. Dieser habe beim Einzug die Installation eines Rechtentreffs verschwiegen.

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