Die Tat ereignete sich kurz nach Mitternacht. Nach Angaben der Polizei bemerkten Polizisten, die das Gelände einer ehemaligen Schule am Glambecker Ring sicherten, die brennende Bengalfackel auf dem Hof des neuen Flüchtlingsheimes. Jemand hatte die Fackel über den Zaun auf das Gelände geworfen. Die Beamten traten die Fackel aus.

Eine sofortige Absuche der Umgebung nach den Tätern sei erfolglos gewesen, teilte die Polizei mit. Die Ermittlungen wegen versuchter schwerer Brandstiftung hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt übernommen.

Neonazi-Demos vor dem Lageso und in Marzahn

In der ehemaligen Schule sollen ab sofort etwa 250 Asylbewerber untergebracht werden. Deshalb mobilisieren Neonazis zu einer Kundgebung am heutigen Nachmittag vor der Schule. Der Anmelder der montags stattfindenden „Nein-Zum-Heim-Aufmärsche“ in Marzahn-Hellersdorf - ein bekannter Neonazi - hat nach eigenen Angaben eine Eilversammlung angemeldet.

Eine Polizeisprecherin bestätigte, dass eine entsprechende Kundgebungsanmeldung vorliegt für die Zeit von 16 bis 22 Uhr am Glambecker Ring, Ecke Grumsiner Straße.

Auch die NPD will nach eigenen Angaben ab 12 Uhr vor dem Landesamt für Gesundheit (Lageso) in der Moabiter Turmstraße demonstrieren. Dort werden ankommende Flüchtlinge registriert. Redner ist unter anderem der Bundesvorsitzende der Partei, Frank Franz.

Polizei durchsucht Wohnungen

Erst am 20. August hatten Unbekannte an der Marzahner Schönagelstraße brennende Holzlatten auf das Gelände einer Flüchtlingsunterkunft geworfen. Am Mittwochmorgen durchsuchten Polizisten die Wohnungen von sieben Verdächtigen. Der Vorwurf lautet versuchte schwere Brandstiftung.

Bei den Durchsuchungen der Wohnungen der insgesamt vier Männern und drei Frauen im Alter von 22 bis 39 Jahren in Hellersdorf, Neu-Hohenschönhausen, Köpenick und Marzahn beschlagnahmten die Ermittler des Staatsschutzes Speichermedien, Handys, Computertechnik und mögliche Tatkleidung. Bei einem 31-jährigen Tatverdächtigen fanden die Beamten zudem entsprechende Holzlatten, wie sie bei der Tat verwendet worden waren, sowie eine indizierte Musik-CD.

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