Das nach 1940 entstandene Privatfoto zeigt eine Gruppe von Aufseherinnen aus dem Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück mit Schäferhund in Dienstuniform.
Foto: Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Ravensbrück - Als die schönste Zeit ihres Lebens beschrieben KZ-Aufseherinnen ihre Jahre in Ravensbrück. 3340 überwiegend junge Frauen arbeiteten zwischen 1939 und 1945 im größten Frauen-Konzentrationslager Deutschlands. Zwischen 20 und 25 Jahre alt waren die meisten, bis 1942 bewarben sie sich fast ausschließlich aus eigenem Antrieb bei der Personalabteilung des „Lagers für Asoziale und Regimegegner“. Die Umstände erschienen ihnen formidabel: Die einfache Aufseherin verdiente mit 185 Reichsmark (heute etwa 680 Euro) deutlich mehr als in den bisherigen Stellungen. In der Regel kamen die jungen Frauen aus einfachsten Verhältnissen. Sie erlebten einen sozialen und beruflichen Aufstieg, ein neues Lebensfeld fern von den beengten Verhältnissen ihrer Herkunft.

Zum Beispiel Waltraut G. aus Fürstenberg/Havel, in Sichtweite zum KZ gelegen. Sie war Postangestellte aus einer Familie mit fünf Kindern und sagte über ihr Motiv, Aufseherin zu werden: „Wenn ich da mehr verdienen kann, dann gehe ich da hin.“ Anna G. aus Linz befand: „Das war attraktiver als hirnlose Fließbandarbeit.“ Eine Emanzipationsgeschichte sei das, sagt Dr. Simone Erpel, Kuratorin der soeben in der Mahn- und Gedenkstätte eröffneten neuen Ausstellung „Im Gefolge der SS – Aufseherinnen des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück“.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.