Bitte alle aussteigen, wegen Bauarbeiten endet dieser Zug hier! Das ist eine Durchsage, die Berliner Fahrgäste auch in diesem Jahr wieder öfter hören werden. „2018 werden wir in dieser Region 550 Millionen Euro in Strecken und Bahnhöfe investieren“, sagte Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtiger der Deutschen Bahn (DB) für Berlin, am Donnerstag. Bauleute der DB stellten die größten Baustellen vor.

Karower Kreuz

Weil es beim Neubau des Knotenpunkts im Nordosten Verzögerungen gab, wurde die nächste Sperrung mit Schienenersatzverkehr auf den Sommer verschoben. Sie beginnt am 26. Juni. Die S 8 ist bis 23. Juli bis Hohen Neuendorf unterbrochen, die S 2 nach Buch bis 17. August. Doch das werde die letzte längere S-Bahn-Unterbrechung in diesem Bereich sein, sagte Olaf Schroeder von der DB. Zwar seien für 2019 in Karow Bauarbeiten geplant, etwa für Lärmschutzwände. „Doch dort wird es bei minimalen Sperrungen bleiben.“

Strecke Richtung Ostsee

Von der Sommer-Bauetappe am Karower Kreuz ist auch die Regionalexpresslinie RE 5 nach Rostock und Stralsund betroffen. Die Route Richtung Müritz und Ostsee, die von vielen r Ausflüglern genutzt wird, muss ausgerechnet im Sommer erneut gekappt werden. Vom 29. Juli bis 29. August fällt der RE 5 zwischen Berlin und Oranienburg aus, Fahrgäste müssen S-Bahn fahren. „Es geht nicht anders“, sagte Olaf Schroeder. Die Arbeiten an der Verbindungskurve am Karower Kreuz sind mit denen an der dortigen S-Bahn verknüpft. Noch eine Nachricht zum Regionalverkehr im Nordosten: Der RE 3 nach Stralsund kann vom 12. Oktober an wieder direkt von Gesundbrunnen nach Bernau fahren, der Umweg via Lichtenberg entfällt.

Ostkreuz

„Diese Baustelle erreicht Ende 2018 das Finale“, so Projektleiter Christian Welzel. Vorher wird es erneut spannend. Damit im Dezember die Verlängerung der Fußgängerbrücke und die Ostbahn nach Kostrzyn eröffnet werden können, muss Ende Mai ein weiterer Teil des Tunnelbauwerks für die Autobahn A 100 fertig werden. Auf der Trasse zum Ostbahnhof kommt ein viertes S-Bahn-Gleis dazu, damit mehr Züge fahren können. Bevor es in Betrieb geht, müssen S-Bahn-Fahrgäste im Herbst aber erneut mit Unterbrechungen rechnen. Vorschau: Im Herbst 2019 soll der Nachbau des Empfangsgebäudes auf dem nordwestlichen Vorplatz bezogen werden. Dort wird auch eine öffentliche Toilettenanlage untergebracht.

Warschauer Straße

Im November geht der zweite Bahnsteig in Betrieb. Bereits im September werden die 500 Quadratmeter Mietflächen im Stationsgebäude übergeben. In den S-Bahnhof an der Friedrichshainer Partymeile ziehen unter anderem Starbucks, Rewe to go und Curry 36 ein, sagte Jan Ebering von der DB.

Bahnhof Schöneweide

2015 sollte die Unterführung des Sterndamms fertig sein. Doch das Pensum wurde immer größer – so musste eine Wasserdruckleitung neu gebaut werden. Im April beginnt nun der Endspurt, sagte Olaf Schroeder. Die letzten Überbauten werden eingesetzt, die Straßensperrung soll im Juni enden. Dafür geht es im August im Bahnhof erst richtig los. Der Personentunnel wird erneuert. Im Oktober beginnen die Vorbereitungen für den Abriss des Zwischengebäudes, der Verbindung zur Halle. Ob das denkmalgeschützte Empfangsgebäude weiterhin für die Fahrgäste benötigt wird, ist ungewiss. Klar ist, dass die Straßenbahn eine andere Strecke erhält. Eine neue Haltestelle entsteht vor dem Zentrum Schöneweide, von dort wird ein Tunnel unter der Bahntrasse hindurch führen. Im Dezember 2021 soll alles fertig sein.

Neue Signaltechnik

Zugbeeinflussungssystem, kurz ZBS – so heißt die neue Technik, die bei der S-Bahn die mechanischen Fahrsperren nach vielen Jahrzehnten ablöst. Sie greift nicht nur ein, wenn ein S-Bahner ein rotes Signal ignoriert – anders als bisher prüft sie auch, ob Tempolimits beachtet werden. „In diesem Jahr wird ZBS auf den Linien S 1 und S 5 eingebaut“, sagte Olaf Schroeder. Folge für die Fahrgäste: Sperrungen mit Schienenersatzverkehr.

Ring und U 7 gleichzeitig dicht

Für Fahrgäste in der südöstlichen Innenstadt wird es in diesem Frühjahr unangenehm, denn die wichtigsten Schienenverbindungen in diesem Bereich werden zur selben Zeit unterbrochen. Die U-Bahn-Linie U 7 zwischen Möckernbrücke und Hermannplatz wird am 19. März gesperrt, der S-Bahn-Ring zwischen Hermannstraße und Südkreuz am 27. März. Bis in die Nacht zum 9. April fahren auf beiden Strecken keine Bahnen. Dass parallel gebaut wird, sei erst „im Nachhinein“ festgestellt worden, sagte Detlef Speier von der S-Bahn. Sein Tipp: auf die U 1 oder die Stadtbahn umsteigen.