Um den Betrügern zu entgehen, lässt man seine Rauchmelder am besten von niemandem außer dem Hausmeister kontrollieren.
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BerlinDer Bötzowkiez im Friedrichshain ist sehr beliebt bei seinen Bewohnern – leider auch bei Betrügern. Die sind mal wieder unterwegs. Ihre Masche ist neu. Bislang baten sie um ein Glas Wasser oder um einen Zettel. So wollen sie in die Wohnungen, um dann Wertsachen zu stehlen. Nun geben sie sich als Prüfer von Rauchmeldern aus – denn die sind ab Ende 2020 endgültig Pflicht.

Nun traf es einen Bekannten. Der ist genau wie ich handwerklich äußerst unbegabt. Immer wieder müssen wir uns den Spruch von den zwei linken Händen mit nur Daumen anhören. Wir können nur nicken.

Die Bösewichte trugen Uniformen, die auf dem ersten Blick denen der Feuerwehr ähnlich sahen. Sie hatten eine große Tasche dabei wie Handelsvertreter. Sie klingelten an der Wohnungstür des Bekannten und sagten, sie seien im Auftrag der Feuerwehr unterwegs, um die Rauchmelder zu überprüfen. Er glaubte ihnen, denn ein paar Tage zuvor hatte der Hausmeister bei ihm Rauchmelder installiert. Unklar ist, woher die Täter das wussten.

Betrüger sind schwer zu fassen

Einer der beiden angeblichen Fachleute stieg im Wohnzimmer auf eine Leiter, hantierte kurz mit einem Schraubendreher herum und schüttelte den Kopf. Derweil war sein Komplize allein im Schlafzimmer und suchte nach Wertsachen.

Die Polizei kennt diese Masche und warnt davor. Sie kann aber nicht viel gegen die Betrüger tun. Sie sind kaum zu fassen. Es sei denn, ein Mieter könnte sie detailliert beschreiben und erstattet auch noch Anzeige. Aber das machen nur die wenigsten. Den meisten ist es peinlich, auf diese Art übertölpelt worden zu sein.

Mein Bekannter bescheinigte den Betrügern ein gewisses schauspielerisches Talent. Als sie im Schlafzimmer nichts gefunden hatten, griffen sie zu Masche Nr. 2. Sie beanstandeten die miese Qualität der Rauchmelder. Es seien alte Modelle, die nichts taugen. Damit nicht genug. Sie empfahlen andere Geräte – die sie natürlich ganz zufälligerweise im großen Koffer dabei hatten.

Nur dem Hausmeister trauen

Mein Bekannter ließ seine nagelneuen Geräte austauschen. Er zahlte 50 Euro pro Stück. Später erfuhr er, dass die Dinger im Baumarkt nur 20 Euro kosten. Und dass sie viel schlechter sind, als jene Geräte, die ihm der Hausmeister eingebaut hatte und die die Betrüger mitgenommen hatten. Natürlich.

Ich habe noch keine Rauchmelder. Meine Hausverwaltung hat gesagt, dass sie den Besuch des Hausmeisters rechtzeitig anmelden wird. Immerhin weiß ich nun: Es gibt keine staatlichen Rauchmelderüberprüfer, die hinterher vorbeikommen. Auch Feuerwehrleute kommen nicht einfach ungebeten ins Haus und besuchen die Mieter. Polizisten übrigens auch nicht.

Mein Bekannter hat gesagt, er habe sich die Rauchmelder aufschwatzen lassen, weil er Angst vor Feuer hat. Die Betrüger kamen ihm dann noch mit Masche Nr. 3. Er sollte einen langjährigen Wartungsvertrag für die Dinger unterschreiben und natürlich bar im voraus bezahlen. Das hat er dann nicht getan.