Die Berliner Zeitung beantwortet die wichtigsten Fragen zu den neuen Corona-Regeln.
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BerlinDie Hauptstadt diskutiert über die neuen Corona-Regelungen, die Zeit der Lockerungen scheint vorbei. Stattdessen müssen die Menschen in Berlin mit neuen Beschränkungen leben, damit die Anzahl der Neuinfektionen eingedämmt werden kann. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was wurde konkret beschlossen? Ab Sonnabend müssen Restaurants, Bars und die meisten Geschäfte in Berlin von 23 Uhr bis 6 Uhr schließen. Im Freien dürfen sich nachts nur noch fünf Personen oder Menschen aus zwei Haushalten treffen, drinnen noch maximal zehn Feiernde zusammenkommen. Dies gilt vorerst bis Ende Oktober.

Warum wurden diese Regelungen beschlossen? Die neuen Beschlüsse zielen vor allem auf private Feiern und nächtliche Partys in Parks oder auf Plätzen ab – sie waren nach Angaben der Behörden die wichtigsten Treiber des Infektionsgeschehens. Die Zahl der Infizierten war in den vergangenen Tagen sprunghaft angestiegen.

Ist mit weiteren Verschärfungen zu rechnen? Wenn sich die Disziplin nicht verbessere, müsse man mit weiteren Einschränkungen rechnen, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). „Jetzt ist einfach Abstand angesagt. Die Winterzeit ist eine sehr gefährliche Zeit.“

Wer soll das alles kontrollieren? Zuständig sind die Bezirke. Doch schon jetzt sind die Behörden überfordert. Neuköllns Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) fordert Verstärkung. „Ich halte es für wichtig, wenn Polizei, Bundespolizei oder Zoll die Kontrollen verstärken“, sagte er der Berliner Zeitung.

Was bedeutet das für die Gastronomie? Der Hauptgeschäftsführer der Dehoga, Thomas Lengfelder, fordert konsequente Kontrollen. Es herrsche in der Branche eine große Wut gegenüber Betrieben, die die Vorgaben in der Krise „offensichtlich nicht eingehalten haben“. Die Maßnahmen treffen auch die vorbildlichen Betriebe.

Was bedeuten die Regeln für den Tourismus? Burkhard Kieker, der Chef von Visit Berlin, befürchtet keine Auswirkungen der neuen Regeln auf den Tourismus in der Stadt. Ein Eingriff wie die Sperrstunde könne auch eine vertrauensbildende Maßnahme sein. „Wir werden den Besuchern klarmachen, dass Berlin, auch in den drei Wochen, eine sichere Stadt ist.“

Was bedeuten die Regeln für den Einzelhandel und die Spätis? „Den Spätis nimmt man mit dem Wegfall der nächtlichen Öffnungszeiten einen existenziellen Teil ihres Geschäftes weg“, sagt Nils Busch-Petersen, Chef des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg. Es werde aber auch größere Geschäfte treffen. „Supermärkte, die ein 24-Stunden-Konzept haben, schicken jetzt ihre Nachtschicht und Security nach Hause – im besten Fall in die Kurzarbeit, im schlechtesten in die Arbeitslosigkeit.“