Nebeneinander radeln erlaubt! Fahrradstraßen machen das Radfahren bequemer und sicherer. Bald soll auch Neukölln einen solchen Schonraum für Radler bekommen. Der Ausschuss für Verkehr und Tiefbau hat beschlossen, das Weigandufer und die daran anschließende Pflügerstraße bis zur Pannierstraße als erste Fahrradstraße des Bezirks auszuschildern.

„Gestern wurde der Antrag der Piraten der Bezirksverordnetenversammlung zur Zustimmung empfohlen – und zwar einstimmig“, teilte der SPD-Bezirksverordnete Marko Preuß am Donnerstag mit. Erfahrungsgemäß folgt das Bezirksparlament seinen Ausschüssen. „Darum ist damit zu rechnen, dass der Antrag auch dort angenommen wird“, sagte Jan Michael Ihl vom Netzwerk fahrradfreundliches Neukölln. Der jüngste Beschluss „ist gut, er war aber auch dringend nötig“.

Fahrradstraßen gibt es in Berlin schon länger. Die erste wurde im Jahr 2000 auf der Alberichstraße in Biesdorf eingerichtet. Seitdem wurde das quadratische Verkehrszeichen, das auf weißem Grund ein blaues Radwegschild und die Bezeichnung „Fahrradstraße“ zeigt, auch anderswo aufgestellt – zum Beispiel an der Linienstraße in Mitte oder der Prinzregentenstraße in Wilmersdorf.

Auf den Berliner Fahrradstraßen sind auch Autos zugelassen, allerdings gilt dort stets Tempo 30. In Neukölln, wo es der Radverkehr wegen der vielen Kopfsteinpflasterstraßen schwer hat, gibt es bislang keine Fahrradstraße – und es sah bis vor kurzem auch nicht danach aus, dass das Weigandufer und das Teilstück der Pflügerstraße jemals diese Beschilderung erhalten.

Autos dürfen weiterhin fahren

Schon 2013 hatte die Piraten-Fraktion den Antrag ins Bezirksparlament eingebracht. Doch sowohl der Wirtschafts- als auch der Verkehrsausschuss lehnten ihn ab. Inzwischen aber habe man andere Informationen zu diesem Thema bekommen, erklärte Marko Preuß. „Deshalb gab es jetzt Zustimmung.“ Autos dürften den Straßenzug weiterhin befahren, auch die Parkplätze blieben erhalten, sagte er.

„Das Weigandufer ist schon jetzt der heimliche Fahrrad-Highway Neuköllns“, sagte Ihl, der gegenüber wohnt. Trotzdem werden Radfahrer dort immer noch „behindert, genötigt und von rasenden Autos verunsichert“. Fahrradstraßen seien als Schutzbereiche wichtig. Nun sei nur noch eine Hürde zu nehmen: Das Ordnungsamt muss prüfen, ob die Verbindung als Fahrradstraße geeignet ist. Ihl: „Ich gehe davon aus, dass es positiv entscheiden wird.“