Berlin - „Wir wollen ein Paket schnüren, das dem Missstand ein Ende bereitet“, sagte Heilmann kurz nach seinem Amtsantritt im Januar.

Schnelle Reformen sind dennoch nicht zu erwarten. Die Änderungen betreffen allesamt Bundesgesetze, sind nur über Bundesratsinitiativen zu erreichen. Derzeit laufen Abstimmungen mit den Justizministerien in Bund und Ländern. Erst im Juni trifft sich die Justizministerkonferenz wieder. Das Thema soll auf Initiative von Senator Heilmann auf die Tagesordnung gesetzt werden, teilte eine Sprecherin der Justizbehörde mit.

Vorläufiger Fünf-Punkte-Plan

In seinem vorläufigen Fünf-Punkte-Plan, den Heilmann im Januar vorstellte, war es vor allem darum gegangen, die Aufklärung der potenziellen Käufer zu verbessern. Er schlug vor, die Besichtigung möglicher Kaufobjekte zur Pflicht zu machen. Zahlreiche Opfer hatten sich beschwert, die Immobilie vor dem Kauf nicht gesehen zu haben. Doch die Vorstellungen des CDU-Politikers gingen noch weiter: Heilmann setzte sich für eine Beratungspflicht ein, die vorschreibt, dass Kaufwillige sich ein Wertgutachten bei Dritten holen, wie beim Steuerberater oder der Verbraucherschutz-Zentrale. Das würde die Eigenverantwortung des einzelnen Käufers weiter verringern, gleichzeitig die Kosten nach oben treiben. Die anderen Fraktionen unterstützten die Vorschläge.

Derweil wird die Internetseite schutz-vor-schrottimmobilien.de rege von Verbrauchern genutzt. Mehr als 5100 Klicks verzeichnete die Seite der Justizverwaltung im Februar, teilte eine Sprecherin der Behörde mit. Auf der Website können sich Käufer vor Vertragsabschluss informieren, wie sie sich vor Betrug schützen können. Der Leitfaden ist in zehn Punkte gegliedert, darunter, wie sich der Kaufpreis zusammensetzt , wie man wertmindernde Risiken erkennt („Gehen Sie zu den Nachbarn.“) Die Tipps hat der Ex-Unternehmer und Immobilienbesitzer Heilmann, dem über hundert Wohnungen gehören, selbst verfasst.