Wolfgang Hahn ist zufrieden. „Wir begrüßen es, dass wir jetzt zu Friedrichshain-Kreuzberg gehören“, sagt der 71-jährige Vorsitzende der Kleingartenkolonie Am Flughafen. Per Senatsbeschluss vom Dienstag ist der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg um ein 7,3 Hektar großes Areal nördlich des Columbiadamms gewachsen. Die Kleingartenkolonie Am Flughafen liegt mitten drin. Auch ein Regenwasserbecken, in dem unter anderem die Niederschläge vom gegenüberliegenden Flughafen Tempelhof gesammelt werden, und ein Fußballplatz gehören dazu.

„Die Bezirksgrenzenänderung geht auf eine Anregung der beiden betroffenen Bezirke zurück“, erklärt die Senatsverwaltung für Inneres auf Anfrage. Auf die Zahl der Einwohner in den beiden Bezirken wirkt sich die Entscheidung aber nicht aus. In dem betroffenen Areal nördlich des Tempelhofer Feldes sind keine Berliner gemeldet. Nur die Größe der Bezirke ändert sich.

Während Tempelhof-Schöneberg auf rund 5302 Hektar schrumpft, legt Friedrichshain-Kreuzberg auf rund 2 023 Hektar zu. Die mehrfach springende Bezirksgrenze wird durch die neue Linienziehung auf der nördlichen Seite des Columbiadamms begradigt. Das Areal zwischen Columbiadamm, Golßener Straße und Züllichauer Straße, das von vielen ohnehin eher Kreuzberg zugeordnet wurde, gehört nun auch faktisch zu diesem Stadtteil.

Kein Bauland

Kleingärtner-Chef Wolfgang Hahn sitzt am Mittwochmittag in seinem Garten neben einem Pflaumenbaum. Neben ihm steht eine Schubkarre, die mit Äpfeln gefüllt ist. Die Sonne blinzelt durch die Zweige der Bäume. Die Kolonie ist eine kleine grüne Idylle mitten in der Großstadt. Im Gegensatz zu vielen anderen Kleingartenanlagen ist sie bislang aber nicht als Dauerkolonie geschützt. Zwar haben die Kolonisten in den vergangenen Jahren Senatspläne abwehren können, das Areal zum Bauerwartungsland zu machen, aber langfristig sicher sind sie noch nicht. „Eine Ausweisung als Dauerkolonie ist derzeit nicht vorgesehen“, erklärt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.