Berlin - Gut zwei Jahre nach dem Baubeginn bedrohen unerwartete Probleme den Bau der neuen Berliner S-Bahn-Strecke vom nördlichen S-Bahn-Ring zum Hauptbahnhof. «Es hat sich herausgestellt, dass die vorbereiteten Bauwerke für die geplante S21 zum Teil nicht den erforderlichen Anforderungen entsprechen», teilte die Bahn am Freitag mit. Das Bundesunternehmen kündigte Umplanungen an, der Bund will Nutzen und Kosten des Vorhabens neu untersuchen lassen.

Mit dem Teilstück der S21 ab Westhafen und Wedding soll der Hauptbahnhof ab 2017 aus dem Norden Berlins umsteigefrei erreichbar sein. Es ist drei Kilometer lang und soll 227 Millionen Euro kosten. Später soll die Strecke bis zum südlichen S-Bahn-Ring verlängert werden, um auch die südlichen Bezirke besser anzubinden.

Probleme machen nun aber neben dem sandigen Baugrund und hohem Grundwasser die schon verbauten Tunnelteile. Bevor der neue Hauptbahnhof 2006 eröffnete, waren große Teile des rund 600 Meter langen Tunnels für die S21 bis zum Hauptbahnhof schon gebaut worden - teils jedoch anders als in den Plänen, wie ein Bahnsprecher sagte. Bauwerksübergänge und Abdichtungen stimmten nicht.

Das behindere auch den geplanten Bau des unterirdischen S-Bahnhofs im Hauptbahnhof, neben dem U-Bahnhof. Mit dem Land Berlin als Auftraggeber überlegt die Bahn nun, stattdessen gegenüber dem Hauptbahnhof an der Invalidenstraße einen Interimsbahnsteig für die S-Bahn zu bauen.

Nach Informationen des «Tagesspiegels» (Freitag) drohen Zusatzkosten in Höhe von 90 Millionen Euro. Diese Zahl wollten am Freitag aber weder die Bahn noch der Bund bestätigen. Der Bund, der 60 Prozent der Kosten trägt, will jedoch neu prüfen, ob das Projekt noch förderungsfähig ist, wie eine Sprecherin des Verkehrsministeriums sagte. (dpa/bb)