Die allermeisten Eltern raten ihren Kindern, nichts von Fremden anzunehmen. Diese Warnung gilt nicht nur für Kinder, das zeigte sich nun auch im Fall eines 21 Jahre alten Mannes, der diese Worte offenbar vergessen hatte. Am S-Bahnhof Friedrichsfelde-Ost bot ihm ein Fremder an, seinen Joint mit ihm zu teilen. Kostenlos natürlich.

Der Mann nahm das Angebot an und zog an der selbst gedrehten trichterförmigen Zigarette. Er ahnte nicht, dass in diesem Joint auch noch K.o.-Tropfen beigemischt waren. Nach nur zwei Zügen versagte sein Kreislauf und er kippte um.

K.o.-Masche an Bahnhöfen beliebt

Während sich Rettungssanitäter um ihn kümmerten, war der Täter längst mit der Geldbörse seines Opfers geflüchtet. Die Polizei vermutet, dass die Sache mit den Joints eine neue Masche von Taschendieben ist. Bereits im Oktober waren Raucher nach dem Genuss eines präparierten Joints in die Knie gegangen.

Nun naht die Vorweihnachtszeit, und auch Taschendiebe suchen nach Einnahmequellen, um die Festtage in Saus und Braus verbringen zu können. Vor allem Bahnhöfe nutzen Taschendiebe für die K.o.-Masche.

Auch mal auf die Eltern hören

In den vergangenen Tagen gelang sie den Tätern gleich mehrmals am Bahnhof Friedrichsfelde-Ost. Die Bundespolizei schließt nicht aus, dass die Methode auch an anderen Bahnhöfen praktiziert wird und bittet Zeugen, sich zu melden. Sie warnten außerdem davor, mit fremden Leuten an Joints zu ziehen.

Kriminalfälle, in denen Opfer mit K.o.-Tropfen hilflos gemacht werden, um sie zu bestehlen, sind nicht neu. So fahndet die Polizei seit Jahren nach einem Mann, der auf den Weihnachtsmärkten immer wieder Besucher dazu überredet hat, mit ihm einen Schnaps auf das Wohl seines angeblich gerade geborenen Kindes anzustoßen. Mehrere Leute ließen sich darauf ein. Auch sie mussten in Kliniken behandelt werden. Ihr Geld war natürlich weg. Also: Eltern haben zwar nicht immer Recht, aber dass man sich vor den Geschenken wildfremder Leute hüten sollte, stimmt. Leider. Auch für Erwachsene.