Berlin - Der Mauerpark in Prenzlauer Berg wird auch in diesem Sommer eine kostenfreie Spielstätte für Straßenmusiker und Bands bleiben, trotz Beschwerden genervter Anwohner und langen Debatten am Runden Tisch. Allerdings gelten künftig strengere Regeln für das Musizieren im Park. Diese Regeln hat das Bezirksamt Pankow auf seiner Sitzung am Dienstag festgelegt.

Demnach dürfen Musiker nur noch in einem festgelegten Bereich entlang des Pflasterweges spielen, montags bis donnerstags von 11 bis 19.30 Uhr und an Freitagen, Wochenenden und Feiertagen von 11 bis 20.30 Uhr. Damit laute Musik die Nachbarn nicht stört, dürfen die Musiker aber nur in eine Richtung spielen – weg von den Wohnhäusern, in Richtung des Hügels zum Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Generatoren sind verboten, auch sollen die Künstler sich nicht gegenseitig übertönen und die Lautstärke nach oben treiben.

Grillen bleibt erlaubt

Das Grillen im Mauerpark bleibt erlaubt, auch dafür gibt es vorgesehene Flächen und festgelegte Zeiten. Von Juni bis August von 8 bis 21 Uhr und ansonsten von 8 bis 20 Uhr. Wer grillt, darf nur einen Standgrill benutzen, verboten sind Gasgrills und Einweggrills, die auf dem Boden stehen und den Rasen verbrennen. Hunde müssen an der Leine gehalten werden.
Es gibt keine öffentlichen Toiletten im Park. „Dies berechtigt aber nicht dazu, die Notdurft im Park zu verrichten“, heißt es im Regelwerk.

Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) sagte, die Parkregeln würden am Ende der Saison ausgewertet. In mehreren Gesprächsrunden haben Anwohner, Mitglieder des Vereins Freunde des Mauerparks und Straßenmusiker der Initiative Save Mauerpark monatelang über ein tragfähiges Konzept unter dem Motto „Mauerpark für alle“ und „Kulturstandort Mauerpark“ diskutiert. „Nicht alle Ideen konnten schon umgesetzt werden, nicht alle Interessenkonflikte aufgelöst werden“, sagte Benn. „Der Prozess der Beteiligung geht weiter. Er bleibt anspruchsvoll und ist alle Mühe wert.“

Initiative Save Mauerpark 

Der Verein Freunde des Mauerparks findet das Regelwerk gut und lobt das Engagement des Bezirksbürgermeisters. Sören Benn habe seine Autorität in die Waagschale geworfen.um eine „praktikable und versöhnliche Lösungen zu finden“. Vorsitzender Alexander Puell sagte der Berliner Zeitung: „Ich bin sehr erleichtert, dass der Mauerpark auch in Zukunft Mauerpark sein kann." Es sei wichtig, kulturelle Freiräume in der Stadt zu erhalten, in denen sich Menschen aus aller Welt sich auf friedliche und kreative Weise begegnen können.

Die Initiative Save Mauerpark begrüßt „generell die neue Regelung für Straßenmusik im Mauerpark, auch wenn wir gegenüber unseren Forderungen was die Spielbereiche betrifft starke Abstriche machen mussten“, sagte Ulrich Schweizer. „Die Regelung wägt die Interessen ab und bietet einen praktischen Rahmen, um die Interessen der Anwohner und der Musiker zu berücksichtigen.“