Pittiplatsch, Schnatterinchen und Hund Moppi sollen bald wieder in neuen Sandmann-Folgen im Fernsehen die Kinder begeistern. Wie berichtet, ließ deshalb der Rundfunk Berlin-Brandenburg drei neue Puppen fertigen, weil die ursprünglichen verschwunden sind.

Bleibt die berechtigte Frage: Wo sind die Originalpuppen von Pitti und den anderen einstigen DDR-Kinderfernsehlieblingen geblieben? Die Spurensuche führt nach Schöneiche. Dort lebt Christine Neißner (75), die als Schauspielerin beim DDR-Kinderfernsehen unter anderem die Puppe des Mischka-Bären sprach und spielte. Die Originalfigur besitzt die Künstlerin noch heute. Auch die von Mischkas Vorgänger, dem Bären Bummi, steht bei ihr im Wohnzimmerschrank.

Wie sie dahin kamen, ist eine lange Geschichte. „Heinz Schröder, der in den 60ern bis Anfang der 70er-Jahre den Pittiplatsch und den Bummi spielte und sprach, wurde schwer krank“, sagt sie. „Ihm wurde das Spielen von zwei Puppen zu viel. Also gab er den Bummi ab.“ So kam Neißner 1972 in das TV-Puppen-Ensemble. „Da aber der Bär Bummi nicht mit einer neuen Stimme auf den Bildschirm sollte, wurde er für die Kinder in die Sowjetunion geschickt. Von dort kam dann als neue Figur der Mischka-Bär in die DDR, den ich spielen durfte“, sagt Neißner.

Zehn Jahre ging das so, bis sich die Schauspielerin 1982 entschloss, selber ein Puppentheater zu gründen und mit eigenen Figuren auf Tournee zu gehen. Das macht sie noch heute.

Originalpuppe von Pittiplatsch liegt in einem Grab  

Neißner sagt, dass mit dem Ende des DDR-Fernsehens 1991 auch die Sandmann-Puppenstube aufgelöst wurde. „Alle Puppenspieler bekamen damals ihre Originalpuppen“, sagt Neißner. „Und Puppenspieler Heinz Schröder erhielt nicht nur Pitti, sondern auch Mischka und Bummi. Die Bären-Figuren überreichte er mir später. Den Mischka, weil ich ihn spielte. Und seinen Bummi als Dankeschön. Ich hätte mit meinem Mischka die Kinder so begeistert, dass sie den Bummi nicht mehr vermissten, sagte er und gab mir daher auch diesen Bären.“

Sie bestätigt auch, dass Schröder, der 2009 starb, tatsächlich den originalen Pittiplatsch mit ins Grab bekam. „Es war sein Wunsch“, sagt sie.

Und Schnatterinchen? Die wurde von Friedgard Kurze gespielt und gesprochen. „Auch sie bekam wohl ihre Figur, als der Puppenfundus aufgelöst wurde“, sagt Neißner. Möglicherweise hätten nun deren Erben die Figur. Die Schauspielerin ist im Mai im Alter von 90 Jahren gestorben. Was aus den anderen Puppen wie Mauz, Hoppel oder Moppi geworden ist, weiß Neißner nicht.

Sie glaubt, dass der TV-Neustart von Pitti und Co. schwierig sein wird. „Schließlich gibt es ja nicht mehr die Menschen, die mit ihrer Stimme und ihrem Spiel die Figuren so erfolgreich zum Leben erweckt haben.“