Trotz BER – in Berlin gibt es auch Verkehrsprojekte, die planmäßig laufen. „Die neuen U-Bahnen für Berlin werden pünktlich geliefert. In diesem Jahr geht es los – wie angekündigt“, sagte Ulf Braker, Geschäftsführer des  Schienenfahrzeugherstellers Stadler Pankow.

Auch die Arbeiten an der neuen S-Bahn-Generation für Berlin und Brandenburg seien im Plan. In diesem Jahr beginnt der Bau der ersten Wagen, teilte Braker mit. Nach bisherigen Informationen sollen  die  S-Bahn-Prototypen 2020 in den Betrieb kommen.

IK, auf berlinisch Icke: So wurde die neue U-Bahn-Baureihe für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) getauft. Besonderes Kennzeichen ist eine Wölbung nach außen, die  mehr Platz für  Fahrgäste schafft. Fachleute nennen die bauchige Kontur Bombierung.

Bis 2019 wird geliefert

Seit 2015 sind zwei vierteilige Prototypen unterwegs. „Inzwischen haben sie 230.000 Kilometer zurückgelegt, das ist eine sehr anständige Leistung“, lobte der Chef von Stadler Pankow. Nachdem die BVG eine weitere Bestell-Option gezogen hat, werden nun 38 U-Bahnen produziert, davon allein dieses Jahr 19. Bis 2019 werden die Züge geliefert.

Die ersten elf Serienfahrzeuge, deren Lieferung in diesem Jahr startet,  werden dem Vernehmen nach für die Linien U5 bis U 9 ausgerüstet. Sie sollen auf der U 5, mit der  die Besucher der Internationalen Gartenausstellung (IGA) nach Marzahn fahren können, eingesetzt werden.

Die Strecken des so genannten Großprofils haben etwas breitere Tunnel als die Linien U1 bis U4. Damit keine Lücke zu den Bahnsteigen entsteht, sind beiderseits rund 17 Zentimeter breite Anbauten an den Wagen erforderlich.  So etwas gab es bei früheren U-Bahn-Wagen schon – die Holzbohlen wurden „Blumenbretter“ genannt. Welche technische Lösung für die IK-Züge geplant ist, wollte Geschäftsführer Braker noch nicht verraten.

Von 200 auf über 1100 Mitarbeiter

2000, als das Schweizer Unternehmen in Pankow einstieg, gab es dort rund 200 Beschäftigte. Inzwischen ist die Personalzahl in Pankow, Reinickendorf und Velten auf 1117 gewachsen. Viele Bestellungen kommen aus dem Ausland – zum Beispiel zehn luxuriöse Doppelstockwagen für den Touristenzug Rocky Mountaineer in Kanada. 

„Das sind Kreuzfahrtschiffe  auf Rädern – mit Lift, Panoramascheiben und einer Küche für Sterne-Köche“, schwärmte Braker. Die Wagen werden in Reinickendorf gebaut. Dass Berlin Partyhauptstadt ist, sei bekannt, so der Geschäftsführer. „Mit unseren Fahrzeugen zeigen wir, dass in Berlin auch gearbeitet wird, dass hier gute Produkte entstehen.“