Wer im vergangenen Jahr in Deutschland eine neue Wohnung gesucht hat, sollte dafür im Schnitt 7,65 Euro pro Quadratmeter zahlen - 4,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Besonders stark zogen die Preise in Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern an – darunter in Berlin. Das hat das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ermittelt.

Im Schnitt stiegen die Mieten der angebotenen Wohnungen im Jahr 2016 in Großstädten mit mehr als einer halben Million Einwohner um 6,3 Prozent – auf 9,97 Euro je Quadratmeter (kalt).

München bleibt am teuersten

München bleibt für Wohnungssuchende mit durchschnittlich 15,65 Euro pro Quadratmeter die teuerste Großstadt Deutschlands. Es folgen Frankfurt am Main (12,76 Euro) und Stuttgart (11,93 Euro), Freiburg im Breisgau (11,39 Euro), Ingolstadt (11,14 Euro) und Hamburg (10,92 Euro). In Berlin erhöhten sich die Preise auf 9,29 Euro je Quadratmeter. Das entspricht einem Anstieg um 7,6 Prozent.

„Die ländlichen Kreise haben weiterhin niedrige Mietenniveaus“, so das Institut. Sie liegen im Schnitt bei 5,87 Euro je Quadratmeter, wiesen aber ebenfalls im Durchschnitt leichte Mietensteigerungen auf.

„Vor allem Zuwanderung aus dem In- und Ausland sowie Wohnungsengpässe in den wachsenden Großstädten führten im vergangenen Jahr zu weiter steigenden Mieten“, sagt BBSR-Direktor Harald Herrmann. „Es braucht Zeit, bis sich das Wohnungsangebot im Neubau und Bestand der Nachfrage annähert und sich die Mietenentwicklung wieder beruhigt.“

17,50 Euro pro Quadratmeter 

Der Neubau ist besonders teuer. Die Preise für erstmals vermietete Wohnungen stiegen laut BBSR gerade in den teuren Städten noch einmal deutlich: In München wurden erstmals vermietete Neubauwohnungen für durchschnittlich 17,50 Euro pro Quadratmeter angeboten.

Die Städte Freiburg im Breisgau, Stuttgart und Frankfurt am Main folgen mit durchschnittlichen Preisen zwischen 14 und 14,70 Euro pro Quadratmeter. „Die Mieten für Neubauten steigen nicht nur wegen der hohen Nachfrage nach Wohnraum“, so Herrmann. „Der Wettbewerb um knappes Bauland und damit verbundene hohe Grundstückspreise sorgen für einen zusätzlichen Auftrieb.“

Günstig auf dem Land

Nicht überall müssen Mieterhaushalte tief in die Tasche greifen. Vergleichsweise günstig bleiben die Angebotsmieten in vielen ländlichen Kreisen abseits der Ballungsräume. Am wenigsten müssen Wohnungssuchende in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen) und Wunsiedel (Bayern) zahlen – durchschnittlich 4,30 Euro pro Quadratmeter.

Die vom BBSR ausgewerteten Angebotsmieten basieren auf Inseraten aus Immobilienplattformen und Internet-Angeboten von Tageszeitungen für Erst- und Wiedervermietungen von Wohnungen. Bei den berechneten Mietwerten handelt es sich um Nettokaltmieten ohne Nebenkosten für nicht-möblierte Wohnungen zwischen 40 und 130 Quadratmetern. Mieten aus bestehenden Mietverträgen gingen in die Untersuchung nicht ein.