Neue Zahlen: Organisierte Kriminalität in Berlin weit verbreitet

Stadtstaaten wie Berlin haben mit organisierter Bandenkriminalität ein deutlich größeres Problem als die Flächenländer. Das zeigt sich an einigen Vergleichszahlen zu Bundesländern, die Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Montag im Innenausschuss präsentierte. Demnach werden derzeit in Nordrhein-Westfalen 111 Ermittlungskomplexe der Kriminalpolizei gegen organisierte Kriminalität geführt, in Bayern sind es 76 und in Berlin 68 umfangreiche Ermittlungsverfahren. Gerechnet auf die Einwohnerzahlen liegt Berlin mit seinen 3,7 Millionen Bewohnern weit vor den beiden großen Flächenländern mit 18 und 12 Millionen Einwohnern.

Ein Vertreter des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) sprach in der Anhörung des Innenausschusses zu dem Thema von bundesweit 145 Millionen Euro als jährlichem Ertrag der großangelegten Bandenkriminalität.

Eingeladen waren auch Staatsanwälte, ein Mitglied der Organisation „Mafia Nein Danke“ sowie der Bezirksbürgermeister von Neukölln. Bei den Stellungnahmen sollte es auch um die arabischen Mafia-Clans gehen, deren kriminelle Mitglieder in den vergangenen Jahren mit Überfällen, Einbrüchen und Gewalttaten immer wieder für Aufsehen sorgten. (dpa)