Der beliebte Flohmarkt am Mauerpark hat einen neuen Betreiber. Ab Oktober übernimmt Rainer Perske den Markt zwischen Prenzlauer Berg und Wedding. Er erhielt jetzt nach einer Ausschreibung den Zuschlag unter insgesamt zwölf Bewerbern vom Grundstückseigentümer, der CA Immo. Der Flohmarkt wird weiterhin immer sonntags in der Zeit von 9 bis 18 Uhr stattfinden.

Perske zählt zu den größten Marktbetreibern in Berlin. Er richtet unter anderen den türkischen Markt am Maybachufer und den Markt auf dem Arkonaplatz in Mitte aus. Dennoch ist er verwundert, dass sich am Dienstag so viele Menschen bei ihm gemeldet haben, die wissen wollten, wie es mit dem Markt weitergeht.

Bis zu 40.000 Besucher

„Ich bin schon überrascht von der Dimension, die der Markt mit sich bringt. Und von der Aufmerksamkeit, die er jetzt hat“, sagt er. Sollte er eigentlich nicht. Denn der Flohmarkt an der Bernauer Straße gehört zu den bekanntesten in der Stadt. Ungewöhnliche Kleidungsstücke gibt es dort, Bücher und Schallplatten, Haushaltsgegenstände und alte Möbel.

An schönen Sonntagen strömen bis zu 40.000 Menschen auf den Flohmarkt. Es sind vor allem Familien und viele Touristen, die von dem Markt scheinbar magisch angezogen werden und dann auch nebenan den Mauerpark besuchen. „Berlin ist mit 160 Nationen so vielfältig, das Miteinander macht die Stadt aus. Das soll auch der Markt widerspiegeln“, so Perske.

Wie er sagt, sei der Flohmarkt inzwischen aber so groß geworden, dass er einer Großveranstaltung gleicht. Deshalb wird es zuerst Veränderungen in den Bereichen Hygiene und Sicherheit geben. Perske lässt neue Toilettencontainer aufstellen, die bewirtschaftet und tagsüber gereinigt werden.

Eine Sanitätsstelle wird eingerichtet. Und zusätzliche Rettungswege ausgewiesen, durch die Besucher zum Beispiel in den Mauerpark fliehen können. Auch Sicherheitspersonal soll eingesetzt werden. Durchsetzen will Perske ein Müllkonzept. Mehr Abfallbehälter sollen aufgestellt werden. „Wer den Markt verlässt und in den Park geht, wird von unseren Mitarbeitern nett angesprochen, dass sie ihren Müll in die Behälter werfen können.“ An Getränke- und Imbissständen wird ein Pfandsystem eingeführt, Einweggeschirr soll kompostierbar sein.

Das Sortiment aber bleibt. „Es werden etwas weniger Händler sein – 250 bis 300“, so Perske. Er will den knapp 10.000 Quadratmeter großen Markt auch umsortieren, damit die Besucher die privaten Trödelhändler besser von den gewerblichen unterscheiden können. 140 Stände gibt es für die Kunst- und Kreativbranche, 30 Stände für Getränke und Imbiss etwa mit afrikanischer, indischer und russischer Küche.

Mit den Händlern muss Perske nun neue Verträge abschließen, etwa 150 kennen ihn bereits vom Neuköllner Stoff am Maybachufer.