Craft Beer ist die neue Retro-Glühbirne: Unverzichtbar in den hippen Bars und Restaurants der Stadt. Geschmacksintensiv und kunstfertig gebraut stellt das Getränk etwa das Gegenstück zu industriell hergestelltem Bier dar. Der Trend mischt seit einiger Zeit Deutschlands Brauerszene auf und lässt die Herzen von durstigen Szenegängern höher schlagen.

Eine der vielen kleinen Berliner Craft-Beer-Brauerein, das Start-up Brlo, plant nun einen ganzen Craft-Beer-Planeten: Am Gleisdreieck soll das Brwhouse entstehen, eine Mischung aus Brauerei, Restaurant und Biergarten. Wechselnde internationale und lokale Biersorten ergänzen dort die Brlo-Stammbiere. Dazu serviert der von Berliner Streetfood-Märkten bekannte Koch Ben Pommer seine Köstlichkeiten.

Einen ersten Vorgeschmack auf die neue Location bekommen Besucher schon vor der Eröffnung im Sommer. Während der Fußball-EM im Juni lädt der Biergarten bereits zum Public Viewing bei Bier und Grillfleisch.

Von vornherein ist jedoch auch klar, dass das Gleisdreieck für das Brwhouse nur ein Zuhause auf Zeit wird. Deswegen wird auch nichts in Beton gegossen: Das Gebäude besteht aus Überseecontainern und lässt sich in ein paar Jahren nach anderswo verfrachten. Vorerst freut man sich aber am Gleisdreieck über den neuen Nutzer: „Die Brlo Brauerei wird das Quartier für Anwohner und Parkbesucher beleben", sagt Marc F. Kimmich von der Copro-Gruppe, die die Nutzung des Areals für die nächsten Jahre bereitstellt.

Mehrere Dutzend Kleinbrauereien in Berlin

Berlin ist zwar nicht die Hauptstadt des Bieres, dennoch ist die Brauereilandschaft hier so sehr in Bewegung wie sonst nirgendwo. Verantwortlich dafür sind vor allem Kleinbrauereien, die meist von nur wenigen Leuten betrieben werden und weniger als 5000 Hektoliter Bier im Jahr herstellen. Mehrere Dutzend gibt es in Berlin davon. Sie sind auch der Grund dafür, dass sich die Zahl der Brauereien in Berlin und Brandenburg seit der Jahrtausendwende auf insgesamt 62 verdoppelt hat.

Gerade Craft Biere werden bei jungen Menschen immer beliebter, weil bei ihnen viel mit neuen Geschmacksrichtungen experimentiert wird. Ihren Ursprung hat die Craft-Beer-Bewegung in den USA, das Wort bedeutet übersetzt "Handwerk".

Auch die Macher von Brlo produzieren handwerklich und nur in kleinen Mengen. Seit 2014 ist das Start-up am Markt, von jeder verkauften Flasche spendet das Unternehmen einen Betrag an gemeinnützige Organisationen und Einrichtungen. Bleibt eigentlich nur noch zu klären: Wie spricht man die Marke und ihr neues Gasthaus nur aus? Vielen, die sich im Brwhouse zum Public Viewing oder auf ein Feierabend-Craftbeer treffen, wird es egal sein.