Bruno Kramm stammt aus Bayern, wohnt seit zwei Jahren mit Frau und Kind in Potsdam, nennt Finnland seine zweite Heimat und hat jetzt den Vorsitz der Berliner Piratenpartei übernommen. Wollte man böswillig sein, könnte man jetzt schreiben: Die Not der Berliner Piraten muss groß sein, dass sie in dieser großen Stadt niemanden finden. Das wäre auch zutreffend, denn der Hauptstadt-Landesverband der Partei ist nach zermürbenden Querelen zerfleddert. Trotzdem könnte sich Kramm als ein Glücksfall für das erweisen, was von der Partei noch übrig ist.

Mit zwei Dritteln der Stimmen wurde der 47 Jahre alte, gebürtige Münchner am Sonnabend bei der Landesmitgliederversammlung gewählt. Für die Piraten, die sich auch in zentralen Fragen selten einig sind, ist das ein gutes Ergebnis. Zumal Kramm der Wunschkandidat des Vorstands war, was durchaus zur Ablehnung des Kandidaten führen kann. Als Kandidat bei der Bundestags- und bei der Europawahl, als Sprecher in Urheberrechtsfragen und regelmäßiger Talkshowgast und mit seinem markanten Outfit – schwarzer Hut, oft rot gefärbte Haare – hat er es zudem zu einer gewissen Prominenz gebracht. Auch das kann sich bei den Piraten zum Nachteil wenden.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.