Noch vor einigen Tagen hatte sich Bernhard Blaszkiewitz betont kämpferisch gegeben: Sein Vertrag laufe bis zum 30. Juni 2014, hatte er anlässlich einer Buchvorstellung zum 100. Jubiläum des Zoo-Aquariums gesagt. Nun sieht es ganz so aus, dass der umstrittene Chef von Zoo und Tierpark Berlin doch schon recht bald seinen Hut nehmen muss. Denn am 23. August ist bereits eine Stellenanzeige des internationalen Personaldienstleisters Kienbaum geschaltet worden.

Gesucht wird darin ein Vorstand für beide Berliner Tiergärten und das Aquarium „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“. Bewerbungen, sollen spätestens bis zum 1. September eingeschickt werden, auch qualifizierte Frauen werden ausdrücklich dazu aufgefordert. Gesucht wird nicht nur eine Fachkraft für die „Führung, Überwachung und Planung des Tierbestandes sowie die Leitung der Tierpflege“, sondern auch für die kaufmännischen Belange des Unternehmens. Zudem soll der neue Vorstand, der künftig die Alleinverantwortung für die Berliner Tiergärten tragen wird, in der Lage sein, „Erlebniswelten bei der Begegnung zwischen Mensch und Tier zu schaffen“ und über Erfahrungen im Fundraising, das heißt dem Beschaffen von Geld- und Sachleistungen, sowie in der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit verfügen. All das sind bisher Schwachpunkte in der Zoo-Leitung. Blaszkiewitz gilt als äußerst konservativ. Kritisiert wird seit langem, dass die Modernisierung des Tierparks in Friedrichsfelde nicht vorankommt.

Menschlich überzeugende Persönlichkeit gesucht

Und noch eine Anforderung wird in der Stellenanzeige hervorgehoben: eine „fachlich und menschlich überzeugende Persönlichkeit“. Denn Blaszkiewitz steht im Ruf, Mitarbeiter zu schikanieren. Auch deshalb war dem gebürtigen Tempelhofer, seit 1991 Tierparkdirektor, seit 2007 auch Chef des Berliner Zoos, Anfang August vom Aufsichtsrat der Zoologische Garten AG mitgeteilt worden, dass sein Vertrag nicht verlängert wird. Seine Vize, Gabriele Thöne war zurückgetreten, um den Weg für die Erneuerung der Geschäftsleitung freizumachen. Es gab danach zahlreiche Forderungen aus der Berliner Politik, dass auch Blaszkiewitz nicht bis zum Vertragsende in seinem Job bleiben soll.

Bereits am vergangenen Freitag soll es ein Gespräch von Chef und Vize des Aufsichtsrates mit Blaszkiewitz gegeben haben. Dabei soll über Modalitäten für das vorzeitige Ausscheiden des 59-Jährigen gesprochen worden sein. Offizielle Stellungnahmen gibt es dazu nicht.