Berlin - Nachdem die Zahlen illegal eingereister Flüchtlinge in den vergangenen Monaten rapide gestiegen sind, hat die Bundespolizei am Montag genauere Zahlen genannt: Seit Jahresbeginn stellte sie an der polnischen Grenze unerlaubt eingereiste oder geschleuste Personen „im unteren vierstelligen Bereich“ fest, die über Belarus und dann über Litauen und Polen gekommen waren.

Bis Sonntagabend nahmen die Beamten der Bundespolizeidirektion Berlin in Brandenburg seit Jahresbeginn insgesamt 2603 unerlaubt eingereiste Personen in Gewahrsam – 810 davon allein in der vergangenen Woche.

Allein am Wochenende griffen Beamte 392 unerlaubt eingereiste Personen auf. „Das ist ein neuer Wochenend-Höchstwert“, sagte ein Sprecher der Behörde. Die aufgegriffenen Personen stammten vorrangig aus dem Irak sowie aus Syrien, dem Iran und dem Jemen.

Im Bereich der Bundespolizeiinspektion Forst gab es am Freitag zwei Vorkommnisse hintereinander: Gegen 7.50 Uhr kontrollierten Bundespolizisten 19 Personen in einem Waldstück in Coschen. Die 16 jemenitischen und drei syrischen Männer im Alter von 22 bis 44 Jahren hatten keine Dokumente für einen legalen Aufenthalt in Deutschland dabei. Nur eine Stunde später kontrollierten Bundesbeamte 25 weitere Personen auf einer Nebenstraße zwischen Klein Gastrose und Gubinek. Die Männer gaben an, irakische Staatsangehörige zu sein. Dokumente für einen legalen Aufenthalt in Deutschland hatten auch sie nicht dabei.

Einige Flüchtlinge sind bereits in Polen oder Litauen registriert

„Die Kapazitäten für die Bearbeitung sind inzwischen an der Grenze des Leistbaren angekommen“, sagte ein Sprecher. Die Festgenommenen werden zur Zentralen Ausländerbehörde Eisenhüttenstadt gebracht, wo die Bundespolizei eine Bearbeitungsstraße aufgebaut hat. Dort werden die Neuankömmlinge registriert.

Bei der Registrierung müssen die Asylbewerber auch ihre Fingerabdrücke abgeben, für die Eurodac-Datei. Dieses Fingerabdruck-Identifizierungssystem soll verhindern, dass Personen in mehreren EU-Mitgliedstaaten Asyl beantragen können. Dabei stellten die Beamten wiederholt fest, dass die Betreffenden bereits in Polen oder Litauen registriert sind, jedoch ihre Unterkünfte verlassen haben. „Ihr Ziel ist Deutschland“, so der Polizeisprecher.

Seit Monaten lässt der belarussische Diktator Alexander Lukaschenko Flüchtlinge zur polnischen und litauischen Grenze bringen und dort anstandslos in die EU ausreisen. Offenbar will er die Menschen als Druckmittel gegen die Europäische Union instrumentalisieren.