Berlin - Die umstrittene Hochhaus-Planung für den Alexanderplatz soll verändert werden. Wenn es nach Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) geht, sollen die geplanten Türme nicht 150 Meter in den Himmel ragen, sondern sich am etwa 130 Meter hohen Hotel Park Inn orientieren. Das ist jedoch nicht überall problemlos möglich. Ein Überblick über die derzeitige Grundstückssituation:

Monarch

Der russische Investor Monarch will neben dem Einkaufszentrum Alexa einen 150 Meter hohen Wohnturm errichten. Der Bezirk Mitte hat dem Investor bereits einen positiven Bauvorbescheid erteilt, womit das Projekt grundsätzlich für genehmigungsfähig erklärt wurde. Der Investor hat bereits einen Bauantrag eingereicht. Damit ist dieses Vorhaben am weitesten von allen Hochhaus-Projekten.

Planungsrechtlich ist der Bau eines Hochhauses an dem Standort möglich. Deswegen dürfte die Genehmigung des Hochhauses schwer zu versagen sein. Ob das Projekt von Monarch tatsächlich realisiert wird, ist aber offen. Marktbeobachter rechnen damit, dass Monarch das Projekt nach Erhalt der Baugenehmigung verkaufen könnte, selbst wenn Projektbeteiligte solche Absichten bisher bestritten haben.

Klar ist: Mit einem genehmigten Bauantrag ist ein solches Grundstück mehr wert als ohne. Wenn mit dem Grundstück nur spekuliert werden sollte, würde die Baugenehmigung aber irgendwann erlöschen. Positive Bauvorbescheide und Baugenehmigungen gelten nur für drei Jahre.

Hines

Der US-Investor Hines will auf dem Grundstück neben dem Elektronikmarkt Saturn ein Wohnhochhaus errichten. Weil das Hochhaus gegenüber der ursprünglichen Planung an einem anderen Standort entstehen soll, wird dafür aber ein neuer Bebauungsplan nötig. Dieser befindet sich nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung im sogenannten Aufstellungsverfahren. Es wird also noch daran gearbeitet.

Baurecht gibt es noch nicht. Nötig ist noch der Abschluss einer Vereinbarung zwischen Hines und den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), wie im Falle einer Havarie verfahren wird, die den Betrieb auf der U-Bahn-Linie 5 beeinträchtigt. Die Vereinbarung lässt seit langem auf sich warten.

TLG-Immobilien

Auf dem Grundstück der TLG-Immobilien dürfen rein rechtlich zwei 150 Meter hohe Türme entstehen. Das ehemalige Haus der Elektroindustrie müsste dafür aber abgerissen werden. Abrisspläne sind bisher nicht bekannt. Für die beiden Türme liegt aber ein positiver Bauvorbescheid vor. Damit hat sich die TLG-Immobilien das Baurecht bis in das vierte Quartal 2019 gesichert.

Hotel Park Inn

Auf dem Areal des Hotels Park Inn könnten nach dem überarbeiteten Masterplan von Hans Kollhoff drei Hochhäuser entstehen. Eines davon quer vor dem Hotel. Der Eigentümer des Hotels, das französische Unternehmen Foncière des Régions (FdR), will jedoch nur zwei Hochhäuser bauen. Ein Anbau vor dem Hotel ist nicht geplant.

Der jetzige Eigentümer zeigt sich offen für die neue Höhenentwicklung, die sich der Senat wünscht. „Wir sehen das neutral und folgen hier den Empfehlungen des Baukollegiums und des Senats, da sie das Projekt eher aus einer Stadtentwicklungsperspektive sehen als wir“, erklärt der Projektverantwortliche Marcus Bartenstein von der FdR-Tochter Immeo.

Den Projekten könnte damit eine Schlüssel-Funktion bei der Realisierung der neuen Höhenentwicklung zukommen. Denn die FdR macht Druck. Für das Hochhaus südöstlich des Park Inn soll kurzfristig ein Architektenwettbewerb ausgelobt werden. Der Bauantrag soll laut Bartenstein „noch gegen Jahresende“ eingereicht werden. „Einen Baubeginn sehen wir dann frühestens Ende 2019 und eine Fertigstellung in 2022“, so Bartenstein. Der Bau des zweiten Turms werde ein bis zwei Jahre länger dauern.

Kaufhof

Für das Hochhaus-Grundstück von Kaufhof soll zusammen mit den Gebäuden neben dem Hotels Park Inn ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden. Der Senat strebt an, dass sich der Turm an der Höhe des Hotels orientiert.

Haus des Reisens

Das zunächst anstelle des ehemaligen Haus des Reisens geplante Hochhaus kann nicht mehr realisiert werden. Denn mittlerweile steht der aus DDR-Zeiten stammende Bau unter Denkmalschutz. Im überarbeiteten Masterplan wurde das Hochhaus bereits in den rückwärtigen Bereich des Areals versetzt. Ob es dort realisiert werden kann, ist aber unklar. Konkrete Planungen für eine geänderte Bebauung liegen noch nicht vor.