Berlin - Die Mieten für kleine und für große Wohnungen haben sich in den vergangenen zwei Jahren in Berlin am stärksten verteuert. Das geht aus dem Mietspiegel 2017 hervor, den Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher  (Linke) an diesem Freitag präsentiert. Wohnungen mit weniger als 40 Quadratmetern verteuerten sich demnach im Schnitt um 11,3 Prozent auf 7,20 Euro je Quadratmeter (kalt).

Die Mieten für Wohnungen mit 90 Quadratmetern und mehr zogen um 11,2 Prozent auf 6,58 Euro je Quadratmeter an. Singles, die auf kleine Wohnungen angewiesen sind, sowie Familien, die große Wohnungen benötigen, gehören damit zu den Verlierern der jüngsten Preisentwicklung auf dem Wohnungsmarkt der Hauptstadt. 

6,39 Euro pro Quadratmeter

Im Schnitt stiegen die Mieten von 5,84 Euro auf 6,39 Euro je Quadratmeter - das entspricht einer Steigerung um 9,4 Prozent. Mittelgroße Wohnungen mit 40 bis unter 60 Quadratmeter verteuerten sich um 8,5 Prozent, Wohnungen mit 60 bis unter 90 Quadratmeter um 9 Prozent. 

Der Mietspiegel gibt Auskunft über die ortsübliche Miete von Wohnungen je nach Baualter, Größe, Lage und Ausstattung. Vermietern dient der Mietspiegel in laufenden Verträgen dazu, Mieterhöhungen zu begründen. Mieter können anhand der Preisübersicht kontrollieren, ob die Forderungen berechtigt sind.

Im Ostteil steigen Mieten am wenigsten

Vermieter dürfen die Miete in laufenden Verträgen nur dann anheben, wenn die ortsübliche Miete noch nicht überschritten ist. In Berlin gilt dabei, dass die Miete innerhalb von drei Jahren um maximal 15 Prozent steigen darf. Wichtig ist der Mietspiegel zudem beim Abschluss neuer Verträge. So dürfen die Vermieter wegen der Mietpreisbremse die ortsübliche Miete beim Vertragsabschluss nur um höchstens zehn Prozent überschreiten. 

Am stärksten haben sich in den vergangenen zwei Jahren die Mieten in Altbauwohnungen verteuert, die bis 1918 errichtet wurden - sie zogen um 13,1 Prozent an. Davon sind besonders viele Mieter betroffen. Denn mit knapp 422.000 Wohnungen ist diese Baualtersklasse die größte. Die geringste Preissteigerung verbuchten Wohnungen im Ostteil Berlins, die zwischen 1973 und 1990 errichtet wurden. Dazu gehören die Unterkünfte in den Großsiedlungen von Hellersdorf und Marzahn.

Neubauten bleiben am teuersten

Am teuersten bleiben Wohnungen der jüngsten Baualtersklasse 2003 bis 2015 - sie werden im Schnitt für 10,20 Euro vermietet. Entscheidend ist auch die Wohnlage: Wohnungen in einfacher Lage verteuerten sich vom Mietspiegel 2015 bis zum Mietspiegel 2017 um 7,3 Prozent. Die Mieten für Unterkünfte in mittleren Lagen legten um 9,8 Prozent zu, während Behausungen in guter Lage um 13 Prozent teurer wurden. 

In den Mietspiegel fließen die Mieten ein, die sich in den vergangenen vier Jahren verändert haben oder die durch einen Vertragsabschluss neu vereinbart wurden. Stichtag für den Mietspiegel 2017 war der 1. September 2016.

Die aktuellen Steigerungen sind vor allem auf den Abschluss neuer Mietverträge zurückzuführen. Während bei Mieterhöhungen in laufenden Verträgen durchschnittlich 5,98 Euro verlangt wurden, mussten Mieter beim Abschluss neuer Verträge bereits 7,34 Euro zahlen.