Ab jetzt heißt Getränke Hoffmann nicht mehr so. Zumindest nicht die Filiale in der Graefestraße in Kreuzberg, die es dort seit über 30 Jahren gibt. Aus Hoffmann ist Hoffi geworden, aus Getränke ein Mein, also: „Mein Hoffi“. Warum? Das Unternehmen sagt: Hört sich kieziger und frischer an. Das neue Konzept soll sich dem stetigen Wandel anpassen. Deswegen gibt es jetzt neben dem Standard-Programm – Bier, Wasser, Wein zu den bisherigen Preisen – limitierte Craft Beer Sorten. Verkauft werden auch Senf und Honig aus der Region und Bio-Salatsoßen für Menschen, die sich laktosefrei, glutenfrei oder vegan ernähren. Der Kaffee zum Mitnehmen wird 30 Cent billiger, wenn man einen Becher mitbringt. In einem Kühlschrank liegen frisch zubereitete Stullen, die nicht billig sind, aber gut schmecken.

Für den Getränkekonzern stellte sich irgendwann die Frage: Was soll man mit den kleineren Läden der Kette machen, die mitten in den Kiezen liegen? Seit Jahren haben Supermärkte bis 22 Uhr, teilweise bis 24 Uhr geöffnet. Auch dort werden Getränke verkauft. Bevor man also die kleinen Läden irgendwann aufgeben müsste, probiert man lieber etwas Neues aus. „Wenn dieses Konzept gut läuft, können wir es an anderen Standorten umsetzen“, sagt Mario Benedikt, Geschäftsführer von Getränke Hoffmann.

Irritierte Passanten

Der Laden wurde zwei Monate lang renoviert, jetzt ist alles heller, aufgeräumter. In der Pressemitteilung heißt es: „Für das Konzept stand der typische ,Späti‘ Pate.“ Aykut vom Späti um die Ecke hat keine Angst, dass ihm die Kundschaft wegbleibt: „Wir bieten andere Produkte.“ Dennis aus der Nachbarschaft sagt: „Es ist ganz normal, dass sich ein Unternehmen mal ein Update verpasst, sich modernisiert.“ Ob der Hoffi den Spätis die Kunden wegschnappt, das wird sich erst in ein paar Monaten zeigen. „Endlich hat Getränke Hoffmann wieder auf“, sagt ein Passant. „Mein Hoffi heißt das jetzt“, sagt eine Passantin und grinst. „Mein was?“, sagt der Mann irritiert und geht weiter.