Neuer Zugtyp zugelassen: So reist man künftig durch Berlin und Brandenburg

Nur noch knapp 40 Tage: Auf der wichtigsten Regio-Strecke gehen neue größere Züge an den Start. Jetzt hat der Betreiber ODEG eine wichtige Hürde geschafft.

So reist man vom 11. Dezember an von Berlin nach Brandenburg, Potsdam, Frankfurt (Oder) und in andere Städte: ein Blick in das Oberdeck der zweiten Klasse im Triebzug Siemens Desiro HC.
So reist man vom 11. Dezember an von Berlin nach Brandenburg, Potsdam, Frankfurt (Oder) und in andere Städte: ein Blick in das Oberdeck der zweiten Klasse im Triebzug Siemens Desiro HC.ODEG - Ostdeutsche Eisenbahn GmbH

Die Nachricht kam eine Woche später als erhofft. Doch sie kam. Der Fahrzeughersteller Siemens Mobility hat für die Züge vom Typ Desiro HC, die in knapp sechs Wochen in Berlin und Brandenburg eingesetzt werden sollen, die Typenzulassung der Europäischen Eisenbahnagentur ERA erhalten. Das teilte die Ostdeutsche Eisenbahn am Montag mit.

Die Behörde habe drei Referenzfahrzeuge geprüft und zugelassen, die nun in den Betrieb gehen können. Für die restlichen 26 Triebzüge, mit denen die Privatbahn ebenfalls vom 11. Dezember an Fahrgäste befördern will, sei nun noch eine „Conformity to Type“-Zulassung nötig. „Doch dies ist ein formaler Akt, da die Grundvoraussetzung mit der allgemeinen Typenzulassung erfüllt ist und alle weiteren Fahrzeuge baugleich sind.“ 

Ein Siemens Desiro HC unterwegs. HC bedeutet: High Capacity. Die ODEG hat 15 Sechs- und 14 Vierteiler gekauft.
Ein Siemens Desiro HC unterwegs. HC bedeutet: High Capacity. Die ODEG hat 15 Sechs- und 14 Vierteiler gekauft.ODEG - Ostdeutsche Eisenbahn GmbH

Gratis-WLAN, Auslastungsanzeigen, spezielle Fensterscheiben für einen guten Handyempfang, Videoüberwachung und ein mobiler Getränkeservice: Darauf und auf einiges mehr können sich die Fahrgäste freuen. Die ODEG möchte 29 Züge dieses Typs einsetzen. Sie werden vor allem auf der Linie RE1 zwischen Magdeburg, Brandenburg, Potsdam, Berlin, Frankfurt (Oder) und Cottbus unterwegs sein. Auf der am stärksten genutzten Strecke in Berlin und Brandenburg ist derzeit die DB unterwegs. Deren Züge mit fünf Doppelstockwagen des Typs RE160 verfügen über jeweils 575 Sitze in der zweiten und 32 in der ersten Klasse. Für bis zu 48 Fahrräder ist ebenfalls Platz. Zwischen Brandenburg und Frankfurt verkehren sie laut Plan zweimal pro Stunde und Richtung.

Nach dem Wechsel wird es auf der Ost-West-Strecke mehr Kapazität geben. Montags bis freitags werde es bis zu drei Fahrten pro Stunde geben. Zwei Fahrten pro Stunde werden mit fabrikneuen sechsteiligen Desiro HC abgewickelt, die 587 Plätze in der zweiten sowie 50 Plätze in der ersten Klasse haben und 48 Fahrräder mitnehmen können. In den Hauptverkehrszeiten kommen einmal stündlich Expresszüge hinzu, die aus jeweils zwei gekuppelten Vierteilern bestehen. Sie bieten laut ODEG 760 Sitzplätze in der zweiten sowie 40 Sitzplätze in der ersten Klasse. Auch bis zu 64 Fahrräder werden befördert.

Im Netz Elbe-Spree sind noch nicht alle geplanten Fahrzeuge da

„Der Desiro HC setzt neue Standards im Regionalverkehr mit enormem Komfort für die Fahrgäste“, sagte ODEG-Geschäftsführer Lars Gehrke. Auch das Fahrpersonal schätze sie. „Nur noch 40 Tage bis zum Tag der Betriebsaufnahme. Jetzt heißt es weiter ‚Volle Kraft voraus!‘ ins Netz Elbe-Spree.“

Auf anderen Linien stehen dagegen die geplanten Fahrzeuge noch nicht zur Verfügung. Wie berichtet, müssen die acht Dieseltriebwagen, die auf den Regionalbahnlinien RB33, 37 und 51 verkehren sollen, zunächst durch andere Fahrzeuge ersetzt werden. Von den 150 Doppelstockwagen, die die DB unter anderem auf der Linie RE2 nach Cottbus einsetzen will, wird zum Fahrplanwechsel rund die Hälfte noch nicht umgebaut sein.