Berlin - „Mit dem Investor ist ein städtebaulicher Architekturwettbewerb vereinbart“, sagte am Mittwoch Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Dieser solle noch in diesem Jahr stattfinden. Sie habe den Eindruck, so Lüscher, dass Hines jetzt aufs Tempo drücke.

Wie das Hochhaus genutzt werden soll, ist aber noch nicht entschieden. Nach den bisherigen Vorstellungen von Hines gebe es viele Möglichkeiten. Zum Beispiel könnte das Hochhaus der Standort für ein weiteres Hotel am Alexanderplatz sein. Überlegt wird zugleich, in den oberen Stockwerken Wohnungen einzurichten. Große Privat-Apartments könnten dort entstehen mit einem exklusiven Blick weit über die Stadtgrenzen hinaus, hatte Christoph Reschke, der Niederlassungsleiter von Hines in Berlin, die Überlegungen schon vor drei Jahren formuliert. Damals gab es bereits einen ersten Entwurf für das Hochhaus mit einer Fassade aus Spiegelglas, realisiert wurde aber nur der 30 Meter hohe Saturn-Bau. Hines schließt aber auch den Bau eines Bürohochhauses nicht aus.

Nach Angaben von Lüscher wird derzeit das Baurecht für den Hines-Turm angepasst. Ursprünglich sollte das Hochhaus an der östlichen Seite des Grundstücks gegenüber vom Haus des Lehrers stehen, jetzt ist es an der nördlichen Spitze vorgesehen. Stimmt das Abgeordnetenhaus zu, könnte der geänderte Bebauungsplan in voraussichtlich einem Jahr beschlossen werden.

Nach der Planung des Senats sollen am Alexanderplatz bis zu zehn Wolkenkratzer errichtet werden, das Konzept dafür hatte der Berliner Architekt Hans Kollhoff bereits im Jahr 1993 entworfen. Bislang gelang es den Investoren aber nicht, Interessenten für die geplanten 150-Meter-Türme zu gewinnen.

So hält sich auch das US-Unternehmen Blackstone, dem die Grundstücke mit dem Hotel Park Inn gehören, noch alle Optionen offen. Wie es heißt, prüfe man die Wirtschaftlichkeit eines Geschäftshauses vis-à-vis von Hines und ebenso, ob zeitgleich ein Hochhaus errichtet wird. Aktuell sind die Baumaßnahmen eher bescheiden: Im Flachbau neben dem Hotel werden 8000 Quadratmeter Flächen umgebaut, im Herbst will dort das irische Bekleidungshaus Primark seine zweite Berliner Filiale eröffnen.