Neues Bildungszentrum: Oliver Kahn hilft sozial benachteiligten Kindern in Berlin-Wedding mit seiner Stiftung

Weitermachen, immer weitermachen! So entfuhr es einst Torwart Oliver Kahn, nachdem er 2001 den FC Bayern München in Hamburg zum fast schon verlorenen Meistertitel in letzter Minute angetrieben hatte. Der unbedingte Wille, etwas zum Positiven zu verändern, ist ihm geblieben. Seit dem Ende seiner Karriere unterstützt Kahn sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche durch den Bau von Bildungszentren mit Fußballplätzen. Nach mehreren fertiggestellten Projekten in Südafrika plant der „Titan“ jetzt auch ein Projekt in Berlin.

Im Problemkiez an der Ruheplatzstraße 8–12 am Leopoldplatz in Wedding soll in Kooperation mit der internationalen Hilfsorganisation Amandla und dem Bezirk Mitte ein Bildungszentrum mit Fußballplatz und mehrstöckiger Turnhalle entstehen. „Ich freue mich für alle Kinder und Jugendlichen im Kiez“, sagt Mittes Sportstadträtin Sabine Smentek (SPD). „Das wird ein tolles Projekt.“ Die Kahn-Stiftung erklärte, dass die Baugenehmigung im besten Fall Ende dieses Jahres vorliege. Anfang kommenden Jahres könnten dann die Bauarbeiten beginnen. 15 Monate seien dafür angesetzt. Als Eröffnungstermin werde Mitte 2018 angepeilt.

„Safe-Hubs“ heißen die internationalen Projekte der Kahn-Stiftung. Jeder Safe-Hub gilt laut Kahns Stiftung als „sicherer Ort“, am dem junge Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden sollen. Drei Safe-Hubs gibt es bereits, alle befinden sich in Afrika. Der Safe-Hub in Wedding soll das vierte Projekt werden.

"Himmelbeet" vor Ort müsste weichen

Mit dem Standort am Leopoldplatz hat sich die Stiftung Oliver Kahns für ein Stadtviertel entschieden, in dem die Arbeitslosigkeit besonders hoch ist. Im Zentrum der Arbeit soll deswegen stehen, den Kindern und Jugendlichen eine Zukunftsperspektive zu verschaffen.

Der Bezirk Mitte plant schon seit Jahren am Leopoldplatz den Bau einer Dreifach-Sporthalle. Doch bislang fehlte das Geld. Etwa acht Millionen Euro soll das Vorhaben kosten. Die Stiftung ist nach eigenen Angaben gerade dabei, die vertraglichen Details mit dem Bezirk zu fixieren. Während die Kahn-Stiftung für Bau und Betrieb des Bildungszentrums sowie des Fußballplatzes aufkommen will, soll der Bezirk die Errichtung der Turnhalle übernehmen. Der Bau soll über Geld aus verschiedenen Töpfen finanziert werden.

Problem: Auf dem künftigen Bauplatz befindet sich derzeit noch das sogenannte Himmelbeet – eine Grünfläche, auf der Gärtner Gemüse heranziehen. Stadträtin Smentek hat dafür aber schon eine Lösung parat. Sie will erreichen, dass das Himmelbeet auf das Dach der Turnhalle verlegt wird. Während der Bauzeit soll ein Ausweich-Standort gefunden werden.