Berlin - Der Billigzug zwischen Berlin und Hamburg ist so erfolgreich, dass die Deutsche Bahn(DB) einen zweiten Zug einsetzt – anfangs nur an Sonntagen, künftig täglich. „Wir sind vom Erfolg unseres neuen Angebots überrascht“, sagte Joachim Trettin, Chef von DB Regio Nordost. Auch im zweiten Interregio-Express (IRE) kostet eine Fahrt 19,90 Euro. Für die Hin- und Rückfahrt sind 29,90 Euro zu zahlen – für ein Normalpreisticket für den Intercity Express Berlin–Hamburg wird das Fünffache berechnet.

Im IRE gelten auch das Quer-durchs-Land- und das Schöne-Wochenend-Ticket. Fahrräder werden befördert, die Plätze müssen am Schalter reserviert werden. Auch Sitzplatzreservierungen sind möglich, und im Zug werden Kaffee und Snacks verkauft. Der jetzige Zug, der seit April morgens in Berlin abfährt und abends zurückkehrt, hält außer in Uelzen auch in Lüneburg – Hansestadt mit 1 400 Baudenkmälern und Ausgangspunkt für Radwanderungen. Dorthin gab es bislang keine direkte Verbindung ab Berlin. Viele Fahrgäste loben auch, dass die Züge am Bahnhof Zoo halten, wo es seit 2006 kaum noch Fernverkehr gibt.

"An den Wochenenden werden wir überrannt"

Im Durchschnitt sitzen in jedem IRE rund 200 Fahrgäste, sagte Carsten Moll von der DB. „An den Wochenenden werden wir überrannt. Dann fahren bis zu 600 Reisende mit“ – in einem Zug, der 400 Sitze hat. Sonnabends wurde der Zug bereits um zwei auf acht Wagen verlängert. An Sonntagen muss es bei sieben Wagen bleiben, weil dann im Hamburger Hauptbahnhof Platz fehlt.

Darum setzt die Bahn eine weitere Garnitur ehemaliger Interregio-Wagen als zweiten IRE ein. Ab 7. September fährt er sonntags um 15.27 Uhr am Ostbahnhof ab, um 18.44 Uhr geht es von Hamburg zurück. Vom 14. Dezember an fährt der zweite IRE täglich – gegen 17 Uhr ab Berlin und 7 Uhr ab Hamburg.

Auf der Strecke fahren auch viele Fernbusse. Doch als Konkurrenz war der IRE anfangs nicht gedacht. „Wir hatten vor zweinhalb Jahren Wagen übrig und suchten ein neues Einsatzgebiet“, so Moll. Das Zufallsprodukt IRE hat sich gut entwickelt: „Geht es so weiter, werden wir schwarze Zahlen schreiben.“