Berlin - Schon jetzt ist Berlin die Carsharing-Hauptstadt Deutschlands. Mehrere tausend Autos stehen zur gemeinschaftlichen Nutzung bereit. In dieser Woche kommt nun ein weiterer Anbieter hinzu: Volkswagen. Am Donnerstag fällt nach einer mehrwöchigen Testphase offiziell der Startschuss für „WeShare“. Besonderheit: Die Fahrzeugflotte wird ausschließlich elektrisch betrieben.

Wie berichtet werden zunächst 1500 e-Golf auf Straßen und Plätzen der Innenstadt verteilt. Zum Jahresende kommen 500 e-Up! dazu. Von 2020 an, wenn der vollelektrische ID.3 ausgeliefert wird, wird die Flotte schrittweise damit ergänzt. Der ID.3 hat in diesem Jahr Weltpremiere.

Partnerschaft mit Lidl und Kaufland

Damit die Autos zum Laden der Batterien nicht allzu weit fahren müssen, hat der Wolfsburger Automobilkonzern jüngst eine Partnerschaft mit Lidl und Kaufland besiegelt. Danach werden die Handelsketten bis Februar 2020 bis zu 70 öffentliche Ladesäulen errichten – 60 vor Lidl- und zehn vor Kaufland-Märkten. Größtenteils wird es sich um Schnelllader mit 50 Kilowatt Leistung handeln.

Tagsüber stehen die bis zu 140 Steckdosen den E-Autos der Supermarktkunden zur Verfügung, zwischen 23 und 6.30 Uhr tanken dort die WeShare-Fahrzeuge.

650.000 Euro Parkgebühren pro Jahr

Wer allerdings gehofft hatte, dass endlich auch in Außenbezirken Carsharing etabliert wird, bei dem die Autos auf Straßen verteilt werden, dürfte enttäuscht sein. Dem Vernehmen nach wird WeShare seine Autos zunächst ausschließlich innerhalb des S-Bahn-Rings aufstellen. Eine Ausdehnung des Geschäftsgebiets ist erst für später vorgesehen.

Während Branchengrößen wie Daimler, BMW und Sixt schon einige Zeit Carsharing anbieten, tritt Volkswagen relativ spät hinzu – künftig auch in anderen europäischen Städten. Elektrisches Carsharing hat es in Berlin schon einmal gegeben. Doch 2017 zog sich Multicity von Citroën wieder zurück. Ein Argument waren die hohen Kosten. Dem Vernehmen nach musste Multicity für die bis zu 350 E-Autos pro Jahr rund 650.000 Euro Parkgebühren zahlen.