Neues Hochhausareal: Ein Hauch von Manhattan in Spandau

Hochhäuser sind in Berlin gerade ziemlich in, nicht nur am Breitscheid- oder am Alexanderplatz, sondern nun auch in Spandau. Für das ehemalige Postgelände an der Klosterstraße haben die Investoren jetzt ihr Konzept vorgelegt, wie sie sich eine Neubebauung vorstellen. Vorgesehen sind drei Hochhäusern– 80, 60 und 40 Meter hoch. Das Konzept hat das Büro Astoc Architekten aus Köln geliefert, die damit ein Werkstattverfahren gewonnen haben. Der Vergleich ist zwar sehr gewagt: Aber das Postgelände könnte so zu einer Art Manhattan von Spandau werden.

Bis jetzt ein Schandfleck

Das stillgelegte Postgelände neben der Altstadt und dem Bahnhof ist bisher ein Schandfleck: Die Betonwände sind mit Graffiti beschmiert, viele Fensterscheiben sind zerborsten. Daher setzt der Bezirk jetzt große Hoffnungen auf die beiden Unternehmen Merz Objektbau GmbH (Aalen) sowie die Fay Projects GmbH (Mannheim). Sie haben das 14 000 Quadratmeter große Grundstück an der Havel im Frühjahr gekauft. Ihr Versprechen: Sie wollen die alte Hauptpost abreißen und das Gelände bis 2021 neu gestalten.

„Wir entwickeln zwischen der wunderbaren Altstadt und den Spandau-Arcaden ein neues Stadtquartier, das sehr offen ist. Es ist wird gemischt sein und neben vielen Wohnungen auch Gaststätten, Freizeiteinrichtungen, Geschäfte, Hotels und Büros haben“, sagt Astoc-Geschäftsführer Peter Berner.

Das Projekt heißt Spandauer Ufer, weil es direkt an der bestehenden Uferpromenade liegt. Dort sehen die Architekten einen 80 Meter hohen Wohnturm vor. Er ist damit so hoch wie der Rathausturm auf der anderen Seite der Bahntrasse. Eine kleine Fußgängerpromenade zieht sich über das Gelände zur Klosterstraße, an der ein etwa 30 Meter hohes Ärzte- und Geschäftshaus entstehen soll. Dazwischen ist ein Hotel geplant. An der Kreuzung Kloster- und Ruhlebener Straße steht noch ein Hotel, in dessen oberen Etagen es ein Boardinghaus geben soll. Etwa 40 Meter hoch wird ein weiterer Wohnturm im Südosten. Die Fußgängerzone beschreibt Architekt Berner als schöne, breite Gasse, die am Ufer in einen großen Platz mündet. Mit Treppen und Rampen soll dort der Höhenunterschied zur Promenade ausgeglichen werden.

Mehr als 300 Wohnungen sollen in den Türmen entstehen, derzeit wird mit etwa 400 Hotelzimmern geplant. Für Läden, Geschäfte und Restaurants sowie Freizeit- und Fitnesseinrichtungen sind die Erdgeschosse und teils auch die ersten Obergeschosse reserviert. Mit dem Bebauungskonzept werde das Spandauer Zentrum ergänzt, sagt Baustadtrat Carsten Röding (CDU). „Es wird ein lebendiges

Stadtquartier mit Aufenthaltsqualität am Havelufer gebildet.“ Auch die beiden Investoren Fay und Merz versichern: „Wir wissen um die hohen Anforderungen an das Städtebauliche Konzept“, so Fay-Geschäftsführer Ralph Esser. Mehr als 100 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren investiert werden. Mit dem Abriss der alten Post wird voraussichtlich 2017 begonnen werden, Anfang 2018 soll das Baurecht vorliegen.