Dieser Burger ist definitiv noch roh: Zwischen saftigem Käse und knackigem Salat liegt ein blutiges Herz, gleich wird Drew Barrymore zubeißen, bösartig schaut sie in die Kamera: „In diesem Hamburger steckt ein Berliner“ prangt in meterhohen Lettern als Slogan daneben. So sieht es aus, das neue Netflix-Plakat, wieder ist es fünf Stockwerke hoch, wieder hängt es an einem der geschäftigsten Orte Berlins, am Potsdamer Platz.

Es ist noch nicht mal eine Woche her, dass sich der Deutsche Werberat einschaltete und den Streamingdienst aus den USA verwarnt hatte, weil dessen neue Kampagne für die Produktion "Santa Clarita Diet" gewaltverherrlichend und angstauslösend sei. Es verstoße damit gegen die Grundregeln des Werberates, hieß es. Das erste Plakat hatte einen abgetrennten Finger zerhackt in einem Imbiss-Pappteller gezeigt.

Zweifelhafter Humor

In der Zombie-Serie, die derzeit auf Netflix zu sehen ist, geht es um eine Frau (Drew Barrymore), die plötzlich zur Kannibalin wird. Die Serie lebt von schwarzem Humor. Den verstanden die Berliner eher weniger, zumindest mit Blick auf das Plakat: Beim Werberat gingen Dutzende Beschwerden ein. Netflix zeigte sich schließlich einsichtig und ließ das Motiv bundesweit abhängen. Der Werberat verzichtete auf eine öffentliche Rüge.

Das neue Motiv sieht Netflix nun als adäquaten Ersatz: „Auch wenn wir zu dem Motiv stehen, das gut zu der Fernsehserie passt, haben wir uns entschieden, das  „Currywurst“-Plakat am Potsdamer Platz durch ein entschärftes Werbemotiv zu ersetzen. Wir hoffen, dass die Berliner es mögen werden“, teilte ein Sprecher mit. Das Plakat soll bis zum 28. Februar hängen. (BLZ)