Es ist eine Szene, die es so im echten Leben nie gegeben hat: Meng Meng und Jiao Qing sitzen nebeneinander, knabbern gemütlich an einer Bambusstange. Traute Zweisamkeit, entstanden in den Köpfen von Autoren und Zeichnern aus dem Hause Disney, die die beiden Berliner Panda-Stars im aktuellen Micky-Maus-Magazin verewigt haben.

Bei ihrem Auftritt in der von Walt Disney erfundenen Fantasiewelt von Entenhausen kommen sich Meng Meng und Jiao Qing nicht nur näher. Sie treffen auch Donald Duck. Was dann passiert, können die Fans lesen, wenn das Heft in einer Woche im Handel erscheint.

Mit dem Ballon im Berliner Zoo

Der Auftritt von – nennen wir sie mal „Stars von außerhalb“ – in der Disney-Welt hat inzwischen Tradition, denn seit Jahren schickt der dänischen Egmont-Ehapa-Verlag, der auch in Berlin einen Standort hat, die berühmteste Ente der Welt auf große Sommerreise. In einem von insgesamt drei Comic-Ferienabenteuern besucht dieses Mal der tollpatschige Donald Duck mit seinen Neffen Tick, Trick und Track auch Deutschland.

Mit einem Ballon landen sie direkt im Berliner Zoo, wo sich Disney-typische Hunde, Enten oder Igel vor den Tiergehegen versammeln und mit ihren Handys auch Fotos machen. Eben auch von den Panda-Stars, die gemeinsam hinter einer Glasscheibe in ihrer gewohnten Ruhe ihr Bambusmahl genießen. Natürlich schaut auch Donald Duck bei den Bären aus China vorbei, wobei er aufgrund eines vorangegangenen Unfalls glaubt, der berühmte Lügenbaron Münchhausen zu sein. In seinem Wahn hält er Meng Meng und Jiao Qing für ein königliches Paar, dem von der davorstehenden Menge respektvoll gehuldigt wird.

Pandaren-Geburtstag

Die Geschichte „Donald Duck – Baron im Ballon“, die ab 13. Juli im Micky-Maus-Heft zu finden ist, dachte sich das US-amerikanische Autoren-Ehepaar Pat und Carol aus. Beide leben in Los Angeles und arbeiten seit 1996 für die Disney-Comics. Die Zeichnungen zur Story stammen vom Spanier Paco Rodriguez – der im Gegensatz zum Comichelden Donald nicht extra nach Berlin gereist ist. Rodriguez hat mit Hilfe von Fotos und Beschreibungen am heimischen Zeichentisch eine ganz eigene und trotzdem treffende Version des Zoos entstehen lassen. Und natürlich von Meng Meng und Jiao Qing.

Die Planungen für die Donald-Duck-Ferienreise begannen vor über einem Jahr. „Allein neun Monate wurden für die Geschichte, den Zeichnungen und Texten benötigt“, sagte Christian Fränzel, Sprecher der deutschen Niederlassung des Egmont-Ehapa-Verlags. Die Idee zu genau dieser Geschichte kam übrigens, da sich der Umzug von Meng Meng und Jiao Qing in diesem Monat zum ersten Mal jährt, die beiden Pandas haben zudem Geburtstag. „Für uns ist es eine besondere Ehre, dass der Zoo und die Pandas in diesem Comic mitspielen“, sagte Zoo-Sprecherin Christiane Reiss.

Bären gehen sich aus dem Weg

Der Auftritt von Meng Meng und Jiao Qing als Comic-Stars dürfte der Höhepunkt des ersten Panda-Jahres in Berlin sein. Am 5. Juli 2017 wurden die beiden Tiere mit einem Staatsakt in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Chinas Staatspräsidenten Xi Jingping offiziell im Zoo begrüßt.

Die Zeremonie wurde später mit dem Giant Panda Award, dem Oscar der Panda-Welt, ausgezeichnet. Auch Meng Meng bekam diese Trophäe. Sie wurde als weltweit beliebtester Panda geehrt. Das lag wohl an ihrem ständigen Rückwärtsgehen. Ihre harmlose Marotte sorgte monatelang für Aufregung bei den Tier-Fans.

„Inzwischen haben sich die Pandas sehr gut eingelebt“, sagt Zoo-Direktor Andreas Knieriem. Jiao Qing liebt es, in der Morgensonne Bambus zu fressen. Meng Meng tollt gerne im Freigehege – nun sogar mehr vor- als rückwärts. Nur mit dem erhofften Nachwuchs klappte es im Frühjahr nicht. Meng Meng und Jiao Qing sind eben Einzelgänger. Näher gekommen sind sie sich bisher nur im Comic.