Berlin - Man kann wohl sagen, dass ihre Jugend die drei stark geprägt hat. Wobei, eigentlich haben der Schauspieler Oliver Korittke und seine Freunde Oliver Kircher und Niklas Beckert von ihrer Jugend nie richtig Abschied genommen. Vor 30 Jahren fuhren sie zusammen BMX in Steglitz, hörten HipHop, sprühten Graffiti. Nun haben die Mittvierziger in Mitte ein Museum für urbane Popkultur eröffnet. Sie sind obsessive Sammler von Actionfiguren und Turnschuhen und wollen die Souvenirs ihrer Jugend der Welt präsentieren.

„Für uns hat sich ein Traum erfüllt“, sagt Korittke. 5 000 Actionfiguren und 250 Paar Sneaker haben sie zusammengetragen. So viel, dass sie ein ganzes Kellergewölbe füllen – im Hamburger Hof, wo früher der Mudd-Club war. Heute ziehen sich durch das schwimmbadgroße Backsteingewölbe weiße Wände und Vitrinen. Darin: Spielzeug, wenn man es nüchtern betrachtet.

Relikte einer verlorenen Kindheit

Es ist das „Herzensprojekt“ von Oliver Korittke, bekannt aus den Wilsberg-Krimis und „Bang Boom Bang“. Seit 25 Jahren sammelt er die Relikte „einer Kindheit, die ich nicht hatte.“ Korittke war schon als Fünfjähriger in der Sesamstraße und wuchs quasi im Fernsehen auf. Meist spielt er verpeilte Charaktere: große Jungs, Kodderschnauzen, Berufsjugendliche. Und so sieht er auch aus. Mit Skaterpulli und Turnschuhen führt er durchs Museum. Wären nicht das zerfurchte Gesicht und die ersten grauen Haare – man könnte ihn für 20 halten.

„Willkommen zu Hause“, steht am Eingang. Korittke will die Gäste in seine Kindheit entführen, zurück in die BRD der 80er-Jahre. Fast alles hier stammt aus dieser Zeit, als die TV-Helden Alf und Biene Maja hießen, Bruce Lee und Arnold Schwarzenegger, Garfield und Godzilla. Es ist das Vermächtnis einer sorglosen Generation, die nie wirklich aufbegehren musste und deren Leben sich seit der Jugend um Konsum, Medien und Markenprodukte drehte. Und diese, ist Korittke überzeugt, prägen die Träume und Gedanken seiner Generation bis heute.

Dazu gehört die Jugendzimmervitrine aus Holzimitat genauso wie das Bonanza-Rad, Flipper-Automaten und Matchbox-Autos. Selbst alte Kinokarten aus dem Steglitzer Apollo-Kino hat Korittke ausgestellt. „Das Kind im Manne wird immer bleiben“, sagt er. Sein Lieblingsstück ist eine blaue Batman-Figur, mit der er schon spielte, als er sechs Jahre alt war. Sie trägt schlechtgemachte blaue Plastik-Handschuhe. „Die fand ich früher scheiße“, sagt Korittke. Heute hat das seltene Exponat zusammen mit anderen Actionhelden einen Platz in der Vitrine.

Museum „Generation 13“:

Große Hamburger Str. 17,

tgl. 10–19 Uhr,

8/6 Euro