Berlin - Das Edelstahlschild am Kurfürstendamm ist nicht zu übersehen. „George Grosz Platz“, steht darauf. Ohne Bindestriche, wie es sonst auf Berlins Straßenschildern üblich ist. Sicher kann die Eigenheit als künstlerische Freiheit durchgehen. Denn der Maler und Grafiker Grosz (1893–1959), der in Berlin geboren wurde, zählte zu den bedeutendsten Künstlern in der Weimarer Republik.

1933 emigrierte er vor der Machtergreifung durch die Nazis in die USA. Das neue Schild an der Ecke Schlüterstraße wurde von Unternehmerin Heidi Hetzer initiiert, finanziert und am Freitag enthüllt. „In seinen Gemälden und Zeichnungen hat Grosz ein gesellschaftskritisches Bild seiner Epoche festgehalten, das mich heute noch immer sehr berührt“, sagte sie.

Der dreieckige Platz war zum 125-jährigen Kudamm-Jubiläum, das 2011 gefeiert wurde, vom Bezirk für 100.000 Euro umgestaltet worden. Eine Stichstraße wurde geschlossen, sodass Restaurants auch Tische und Stühle aufstellen können. Auch neue Bänke gibt es. Eine Säule informiert über das Leben und Werk des Künstlers.