Lange wurde diskutiert, jetzt steht fest: Auf den Buckower Feldern soll ein neues Stadtquartier mit rund 900 Wohnungen für mehr als tausend Menschen entstehen. Gestaltet werden soll das neue Viertel nach Plänen des Architekturbüros rha reicher haase. Das teilte die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land mit, die das Quartier errichten will.

Der ausgewählte Entwurf sieht vor, dass sich die Wohnhäuser um Freiflächen wie Anger und Plätze gruppieren. Eingerahmt wird das Viertel, das autoarm sein soll, von einem Landschaftspark im Westen und einem grünen Gürtel im Osten am Buckower Damm. Geplant sind neben einem Kinderbauernhof eine Kita sowie Angebote für studentisches und betreutes Wohnen. Um für eine soziale Durchmischung der Neubauten zu sorgen, sollen 50 Prozent der Unterkünfte als Sozialwohnungen errichtet werden.

Sie sollen für durchschnittlich 6,50 Euro je Quadratmeter kalt vermietet werden. „Wir haben eine sehr zufriedenstellende Lösung gefunden“, sagte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. „Das neue Quartier bietet eine schlüssige Kombination verschiedener Gebäudetypologien, besitzt einen hohen Wiedererkennungswert und stellt Bezüge zur umliegenden Landschaft her, ohne seinen urbanen Quartierscharakter aufzugeben.“

Baubeginn erst 2019/2020

Bei der Planung wurden laut Stadt und Land die Anwohner über Bürgerwerkstätten mit einbezogen. Zuvor hatte es Kritik an den Plänen gegeben. Auf Wunsch der Anwohner wurde laut Stadt und Land die Bebauung von den Verkehrsachsen Buckower Damm und Gerlinger Straße etwas abgerückt. Außerdem sei die Geschosshöhe verringert und am Buckower Damm ein Grünzug in die Planung aufgenommen worden. Das Werkstattverfahren mit den Bürgern habe sich „hervorragend bewährt“, sagte Stadt und Land-Geschäftsführer Ingo Malter. „Wir freuen uns, dass die Anwohner mit Vorschlägen und Ideen aktiv geworden sind und wir diese bei der Planung einfließen lassen konnten.“ Mit dem neuen Stadtquartier werde in Neukölln „eine neue Dimension im preisgünstigen Bauen“ erreicht.

Neuköllns Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) sagte: „Wir brauchen auch in Neukölln im Zuge der wachsenden Stadt dringend neuen und bezahlbaren Wohnraum.“ Wichtig aus bezirklicher Sicht sei natürlich auch, „dass Kita-Plätze und Orte für die Jugendarbeit sowie soziale Einrichtungen entstehen“.

Eines von elf großen Neubaugebieten

Die Stadt und Land soll sowohl für die Erschließung des Quartiers aufkommen als auch für den Bau der Wohnungen. Wie viel Geld das kostet, steht aber noch nicht fest. „Aktuell befinden wir uns noch in der Planungsphase des Bauvorhabens, daher kann zum jetzigen Zeitpunkt noch keine valide Aussage zu den Investitionskosten getroffen werden“, teilte das Unternehmen mit. Bis die neuen Wohnungen stehen, wird es noch lange dauern.

Derzeit läuft nach Angaben der Stadt und Land das Bebauungsplanverfahren. Der Baubeginn für die Straßen und die Erschließung ist für 2019/2020 geplant. Die Stadt und Land geht derzeit von einer Bauzeit von zirka drei Jahren aus. Das heißt, dass die ersten Mieter frühestens im Jahr 2022 einziehen werden, also in etwa fünf Jahren. In dieser Legislaturperiode werden demnach also keine der geplanten Wohnungen fertig. Die Buckower Felder sind eines von elf großen Neubaugebieten, in denen laut Koalitionsvertrag von SPD, Linken und Grünen rund 37.000 Wohnungen errichtet werden sollen.

Derzeit leben auf einem Teil der Flächen Flüchtlinge in einer Containersiedlung. Wenn sie einen Aufenthaltsstatus haben, dürfen sie sich ebenfalls um die neuen Wohnungen bewerben. „Sie werden genauso wie alle anderen Mietinteressenten behandelt“, so die Stadt und Land.