Beton und Stahl pur: BER-Terminal 2.
Foto: Benjamin Pritzkuleit

BerlinDer Flughafen BER ist jetzt schon zu groß. Wozu braucht er eine Erweiterung? Doch die Entscheidung, neben dem Terminal T1 ein zweites Empfangsgebäude zu errichten, ist mehr als drei Jahre alt. Damals gingen die Befürchtungen in die andere Richtung: dass der neue Schönefelder Flughafen angesichts steigender Fluggastzahlen viel zu klein sein wird. Am Freitag meldeten die Flughafengesellschaft FBB sowie die Zech Bau, dass das Terminal T2 fertig ist. Doch genutzt wird das Gebäude vorerst nicht.

„Die Zech Bau als Generalunternehmer hat ihre Zusage eingehalten und das Terminal in weniger als zwei Jahren fertiggestellt“, lobte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. „Das Terminal wird keine Kathedrale des Verkehrs, sondern ein praktisches, funktionales Gebäude nach Industriebau-Standard“, hatte er beim Richtfest Ende Juli 2019 mitgeteilt. Das stimmt: Entstanden ist ein Zweckbau ohne Schmuck und Schnörkel. Die mit Metall verkleidete Stahlbetonkonstruktion besitzt nur wenige Fenster, Decken wurden nicht verkleidet. Das Büro ATP architekten ingenieure, das seinen Hauptsitz in Innsbruck hat, hat das Gebäude geplant.

Allerdings hat T2 auch nicht die Aufgabe, Schönheitspreise zu gewinnen, sondern Kapazität zu schaffen. Acht Sicherheitskontrollen können stündlich bis zu 1600 abfliegende Passagiere durchschleusen. Auf nur 23.000 Quadratmetern Fläche lassen sich pro Jahr sechs Millionen Fluggäste abfertigen. Anfangs hatten die Planer 15.000 Quadratmeter angepeilt, aber dann wurde das Bauprogramm aufgestockt – ein Grund dafür, dass die Kosten von 100 Millionen auf 200 Millionen Euro stiegen. Dieser Kostenrahmen wurde allerdings gehalten, hieß es.

Innenansicht im Terminal 2.
Foto Benjamin Pritzkuleit

Nun steht das Terminal T2 betriebsbereit, aber ungenutzt da. Weil Corona die Passagierzahlen sinken ließ (inzwischen auf weniger als 20 Prozent des Vor-Pandemie-Niveaus), werde es zur Eröffnung des BER nicht benötigt, sagte der Flughafenchef. „Die FBB wird T2 voraussichtlich erst zum Sommerflugplan 2021 in Betrieb nehmen.“ Werde es vor Ende März benötigt, könne der Betrieb schon vorher beginnen.