Berlin - Bei einem Streit unter Strafgefangenen im Haus II der Justizvollzugsanstalt Tegel sind am Sonnabend zwei Insassen verletzt worden. In dem Trakt sitzen Gefangene, die zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurden. Bei einem der verletzten Männer handelt es sich nach Informationen von Mitgefangenen um Mario K., der wegen des Angriffs auf zwei Millionärsfamilien 2011 und 2012 im brandenburgischen Bad Saarow und in Storkow als sogenannter Maskenmann bekannt und in einem umstrittenen Prozess vom Landgericht in Frankfurt (Oder) zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

Der mittlerweile 54-jährige gelernte Dachdecker sitzt seine Strafe in Berlin ab. Er hatte bei den drei Taten einen Wachmann niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt und einen Millionär auf spektakuläre Weise mit einem Kajak verschleppt. Im Prozess hatte Mario K. angegeben, nicht der Gesuchte zu sein. Trotz Zweifel war er im Juni 2015 wegen versuchten Mordes, erpresserischen Menschenraubs und gefährlicher Körperverletzung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Es ist nicht das erste Mal, dass der „Maskenmann“ im Gefängnis auf sich aufmerksam macht. Vor zwei Jahren sorgte er mit einem spektakulären Ausbruchsversuch für Schlagzeilen. Damals hatte er mit einer chemischen Flüssigkeit und Strom die Gitter seiner Zelle durchtrennen und sich mit zusammengeknoteten Bettlaken aus dem dritten Geschoss abseilen können. Jedoch war er von Justizbediensteten beobachtet worden.

Die Justizverwaltung bestätigte nun, dass es am Sonnabend einen Vorfall „unter der Meldeschwelle“ gegeben habe. Demnach waren zwei Gefangene nach einem verbalen Streit in ihre Zellen geschlossen worden. Später betätigten sie den Notruf und erklärten, verletzt worden zu sein. Bei Mario K. wurden oberflächliche Schnittverletzungen an einem Daumen und an einem Bein festgestellt.

Der „Maskenmann“ habe behauptet, von einem Mitgefangenen mit einem Messer attackiert worden zu sein. Ein Messer sei jedoch bei der Durchsuchung der Hafträume und des Küchentrakts nicht entdeckt worden, sagte Sebastian Brux, Sprecher der Justizverwaltung.