Die Arkonahöfe an der Ecke Kremmener- und Wolliner Straße in Mitte strahlen noch den Charme der klassischen Gewerbehöfe aus. Der viergeschossige Komplex wurde 1890 als Weißbierbrauerei errichtet. Umgeben von anderen Wohnhäusern aus der Gründerzeit will die Natulis Group die Höfe nun ebenfalls zu einem Wohnensemble umbauen – mit insgesamt 60 Lofts.

Der neu gestaltete Arkonaplatz ist nur ein paar Straßen entfernt, auch die Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße ist zu Fuß zu erreichen. „Das Gebiet um den Arkonaplatz hat sich in den vergangenen 15 Jahren zu einem der gefragtesten Lagen in Berlin entwickelt“, sagt Natulis-Geschäftsführer James Guerin. Markant sei vor allem die 60 Meter lange Front an der Kremmener Straße mit dem ehemaligen zweigeschossigen Kesselhaus.

Um den Charme des Industriebaus zu erhalten, will Architekt Frank Schiffer die Fassade vom Putz befreien. Das Ensemble soll zudem um zwei Etagen aufgestockt werden. Die kleinsten Lofts sollen um die 33 Quadratmeter groß sein, die größten mehr als 200 Quadratmeter haben. Abgeschlossen werden soll der Umbau bis Ende 2017.

Proben des Fernsehballetts

Die Höfe dienten aber nicht nur als Brauerei, sondern bis zum Mauerbau auch dem Delta Filmtheater als Spielstätte. Später nutzte die DEFA das Haus für Filmvorführungen, auch das Fernsehballett probte dort. Zudem wurde zu DDR-Zeiten im Modezentrum Kleidung genäht.

Etwa 40 Millionen Euro will Natulis in den Umbau investieren. Die Vermarktung der Lofts hat vor wenigen Tagen unter dem Namen A-Space begonnen. Mittlerweile werden in der Rosenthaler Vorstadt allerdings Preise aufgerufen, die vor wenigen Jahren noch als utopisch galten: Zwischen 4000 und 7400 Euro pro Quadratmeter müssen die Käufer zahlen. Wie Nikolaus Ziegert, der mit der Vermarktung beauftragt ist, sagt, werde ein 210 Quadratmeter-Loft für 1,55 Millionen Euro angeboten, eine Zwei-Zimmer-Wohnung sei aber auch schon ab 135.000 Euro zu haben.