Berlin - Die City West rund um den Bahnhof Zoo entwickelt sich immer mehr zu einer schicken Ausgehgegend. Ende November soll nach zweijähriger Schließung und Umbau das Kino Zoo Palast wieder eröffnet werden. Zur Eröffnungsfeier am 27. November werden 800 Prominente aus Filmindustrie, Politik, Wirtschaft und Kultur erwartet.

Die Eröffnungsgäste aber auch alle späteren Besucher erwartet ein Kino nach neuestem Stand. In den zwei Jahren wurde das altehrwürdige Kino, das 1957 als Zentrale der Filmfestspiele an den Start ging, restauriert und mit moderner Technik ausgerüstet. Es verfügt künftig über sieben Säle mit 1650 Plätzen.

Denkmalgerecht restauriert wurde der große Saal, der mit seinen 850 Sesseln als Berlins größtes Filmtheater wieder Ort großer Kinopremieren werden soll. Denkbar ist selbst eine Rückkehr der Berlinale an ihren Ursprungsort. Die Macher der Festivals haben jedenfalls auch fast ein Jahrzehnt nach dem Umzug an den Potsdamer Platz immer betont, wie wichtig ein neuer Zoo Palast wäre.

Entsprechend große Worte bemüht auch der Betreiber des neuen, alten Kinos. „Der Zoo Palast wird das Grand Cinema für Berlin“, sagte Hans-Joachim Flebbe, einst Gründer der Kette Cinemaxx und seit einigen Jahren auch Chef der schicken Astor Film Lounge ein paar hundert Meter weiter am Kudamm.

Bikini Berlin eröffnet 2014

Mit der Wiedereröffnung wird der erste Bauabschnitt des Bikinihauses – oder „Bikini Berlin“, wie es heute genannt werden soll – an der Budapester Straße beendet. Bis Frühjahr nächsten Jahres soll das 200 Meter lange Geschäftshaus mit seinen charakteristischen Arkadengängen nach und nach eröffnet werden.

Doch die Baukräne werden sich weiter drehen. Zweiter Fixpunkt neben dem Bikini Berlin bleibt der Turm des Fünf-Sterne-Hotels Waldorf Astoria auf der anderen Straßenseite. Gleich nebenan, auf der anderen Seite der Kantstraße sank dieses Frühjahr das Schimmelpfeng-Haus, ein gesichtsloser Büroklotz, in Schutt und Asche. Dort entsteht das Upper West, ein modernes Büro- und Geschäftshaus.

Jetzt wurde bekannt, dass bald auch auf der westlichen Seite der Joachimstaler Straße, zwischen Hardenberg- und Kantstraße, abgerissen und neu gebaut werden soll. Dort führen das Leineweber- und das Aschinger-Haus mit Mietern wie Beate Uhse, einem Leihhaus, einem weiteren Sexshop und obskuren Wechselstuben seit Jahren eine traurige Existenz. Jetzt sollen sie – zusammen mit dem Humana-Flachbau um die Ecke in der Kantstraße – weg. Stattdessen soll auch dort ein zeitgemäßer Neubau die Gegend aufwerten.

Während der Investor, das US-Immobilienunternehmen Hines, das am Alexanderplatz bereits einen 150 Meter Wohnturm errichten will, sich bedeckt hält, sprechen andere mittelbar Beteiligte. Und die meisten davon sind voll des Lobes über das, was da kommen soll.

Corvin Tolle von der Makler- und Verwaltungsgesellschaft Rohrer Immobilien hat für eine Erbengemeinschaft die Verhandlungen über den Verkauf des Grundstücks mit dem Leineweber-Haus geführt. Der Verkauf an Hines sei eine gute Sache und bereits so gut wie fixiert, sagt er. Auch mit den Besitzern der anderen Areale sei längst alles klar. Alles sei nur noch eine Frage der Zeit.

Traufhöhe ist dem Bezirk zu wenig

Offen ist, wie hoch Hines hinaus will. Ein Bebauungsplan aus den 70er-Jahren sieht Berliner Traufhöhe, also 22 Meter, vor. Doch der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf möchte auch an dieser Stelle „einen Hingucker“, wie Baustadtrat Marc Schule (SPD) sagt. Nach seinen Worten laufen Gespräche über einen neuen Bebauungsplan für ein Hochhaus.

Natürlich wäre ein solcher Bau mit entsprechendem Verfahren zunächst teurer, durch die größere Fläche, die vermietet werden könnte, ließen sich die Kosten jedoch wieder einspielen. Schultes Priorität ist klar: „Ein Haus nur mit Traufhöhe wäre ein bisschen wenig für die City West.“