Neukölln - Unbekannte haben am frühen Donnerstagmorgen in Neukölln einen Brandanschlag auf einen türkischen Bildungsverein verübt. Auch Steine wurden in die Schaufenster des Vereins in der Reuterstraße geworfen. Anwohner konnten die Flammen rasch löschen, verletzt wurde ersten Erkenntnissen nach niemand. Brandermittler des Landeskriminalamts waren am Morgen vor Ort und sicherten Spuren.

Der Staatsschutz ermittelt nun. Die Polizei bestätigte, dass es zu einem Brand gekommen sei. Dieser sei offensichtlich von einem oder mehreren Unbekannten „mutwillig herbeigeführt worden“, sagte eine Sprecherin. Nach ihren Angaben warfen der oder die Täter etwas.

„Für Afrin - Seri hilde“

Die Täter sprühten die Worte „Für Afrin - Seri hilde“ (zu deutsch: „Erhebe dich“) auf den Bürgersteig vor den Verein. Der Brandanschlag könnte somit mit dem Militäreinsatz der Türkei in der syrischen Stadt Afrin zusammenhängen.

In der nordsyrischen Region geht die türkische Armee seit Januar gegen die Kurdenmiliz YPG vor. Die Türkei stuft die YPG aufgrund ihrer Verbindungen zur PKK als Terrororganisation ein. Im März hatten die Türken und ihre arabischen Verbündeten Afrin eingenommen.

Massive Proteste von Kurden

Die türkische Offensive gegen die YPG führt immer wieder zu massiven Protesten von Kurden in Deutschland, die zum Teil in gewaltorientierten Aktionen wie Farbschmierereien Beschädigungen von Fahrzeugen und Brandanschlägen gipfeln.

Mitte März hatten Unbekannte einen Brandsatz in die Ditib-Moschee in der Pankower Allee/Ecke Kühleweinstraße in Reinickendorf  geworfen. Die Polizei geht von einer politisch motivierten Straftat aus und hält einen Zusammenhang mit der türkischen Militäroffensive gegen Kurden in Nordsyrien für wahrscheinlich.

Polizei sucht Zeugen für den Brandanschlag in Neukölln

Die Ermittler bitten Personen, die im Fall des Brandanschlags auf den türkischen Bildungsverein in Neukölln Beobachtungen gemacht haben oder sonstige sachdienliche Hinweise geben können, sich bei der Polizei zu melden. Hinweise nehmen der Polizeiliche Staatsschutz unter der Telefonnummer: (030) 4664 -952 400 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. (BLZ)