"Neukölln"-Buch von Heinz Buschkowsky: Wer hat mitgeschrieben?

Neuköllns Bürgermeister und Bestsellerautor Heinz Buschkowsky bleibt weiter Antworten rund um sein Buch „Neukölln ist überall“ schuldig. Auf einer Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am Mittwochabend verweigerte er Auskunft darüber, wer ihm beim Verfassen des 400-Seiten-Werkes zur Integrationspolitik geholfen hat. Er sei befangen, ließ er seinen Stellvertreter Falko Liecke (CDU) erklären. Liecke sagte, das Bezirksamt könne nicht sagen, welche Behördenmitarbeiter Buschkowsky zugearbeitet hätten. Zwar seien solche Nebentätigkeiten anzeigepflichtig, sie seien aber auch genehmigungsfrei. Das bedeute, niemand müsse sie genehmigen, Hauptsache, sie seien ordnungsgemäß angezeigt. Im Übrigen gebe es keine zentrale Erfassung von Nebentätigkeiten, so Liecke. „Selbst eine Befragung aller Mitarbeiter würde also kein verlässliches Ergebnis bringen“, sagt er.

Als Privatperson geschrieben

Danach ergriff Heinz Buschkowsky doch noch das Wort. Wie er sagte, habe er das Buch als Privatperson geschrieben. Und als solche „muss ich meine Informationen und Informanten selbstverständlich nicht mitteilen“. Seine Zuträger, die im Übrigen mehrheitlich nicht im Bezirksamt arbeiteten, hätten „teils unentgeltlich, teils gegen Entgelt“ für ihn gearbeitet. An anderer Stelle hatte er gesagt, er habe sie von seinem Autorenhonorar bezahlt. Buschkowsky verwies auf die Persönlichkeitsrechte seiner Zuträger aus dem Bezirksamt. „Warum gehen Tausende öffentlich Bedienstete völlig legitim einer Nebentätigkeit nach, und ausgerechnet in diesem Fall soll es moralisch verwerflich sein“, fragte er rhetorisch.

Beschwerde vom Bezirksamt

Bereits einige Tage zuvor hatte der SPD-Politiker in einem Interview mit Spiegel-Online den Verdacht von sich gewiesen, die Steuerzahler hätten sein Buch mitfinanziert. „Ich habe jede Büroklammer und jedes Blatt Papier dem Bezirksamt bezahlt“, sagte er. „Ich habe mir einen Laptop gegen Geld geliehen und sogar für die Wochenenden, an denen ich im Büro am Buch gearbeitet habe, die ortsübliche Miete bezahlt.“

Gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts aus der vorigen Woche, die Zuträger zu nennen, hat das Bezirksamt Beschwerde eingelegt. „Wir sollten gezwungen werden, etwas mitzuteilen, was wir gar nicht mitteilen können. Das würde den Bezirk unnötig Geld kosten. Um das abzuwenden, mussten wir klagen“, sagte Liecke.

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